Scheuersaugmaschinen gehören zu den wichtigsten Maschinen in der professionellen Gebäudereinigung. Sie ermöglichen es, große Bodenflächen in kurzer Zeit intensiv zu reinigen und die gelöste Schmutzflotte unmittelbar wieder aufzunehmen.
Richtig eingesetzt verbinden sie mehrere Arbeitsschritte:
Reinigungslösung aufbringen
Boden mechanisch bearbeiten
Verschmutzungen lösen
Schmutzflotte aufnehmen
Oberfläche absaugen
Dadurch entstehen hohe Flächenleistungen, kurze Trocknungszeiten und reproduzierbare Reinigungsergebnisse.
Die beste Maschine erzielt jedoch nur dann ein gutes Ergebnis, wenn Reinigungschemie, Dosierung, Pad oder Bürste, Fahrgeschwindigkeit und Absaugung aufeinander abgestimmt sind.
Der wichtigste Grundsatz lautet:
Nicht möglichst viel Chemie einsetzen, sondern Mechanik, Chemie, Zeit und Dosierung optimal kombinieren.
Scheuersaugmaschinen eignen sich für viele wasserbeständige Bodenbeläge.
Typische Einsatzbereiche sind:
PVC
Vinyl
Linoleum
Feinsteinzeug
Kautschuk und Elastomer
Epoxidharzböden
Industrieböden
geeignete Natursteinflächen
Sicherheitsfliesen
Entscheidend ist immer die richtige Auswahl von Reinigungsmittel, Pad oder Bürste.
Nicht jede Oberfläche darf mit derselben Mechanik behandelt werden.
Bevor die Maschine eingesetzt wird, sollten drei Fragen beantwortet werden:
Ein glatter PVC-Boden benötigt eine andere Mechanik als ein stark strukturierter Industrieboden.
Typische Verschmutzungen sind:
Staub
Straßenschmutz
Fett
Öl
Gummiabrieb
Laufstraßen
Reinigungsmittelrückstände
Produktionsrückstände
Zu unterscheiden sind:
Unterhaltsreinigung
Zwischenreinigung
Intensivreinigung
Grundreinigung
Erst danach werden Maschine, Chemie und Mechanik ausgewählt.
Vor Arbeitsbeginn sollte eine kurze Funktionskontrolle erfolgen.
Geprüft werden sollten:
Frischwassertank
Schmutzwassertank
Dosiersystem
Sauglippen
Saugschlauch
Pad oder Bürste
Akkustand
Not-Aus beziehungsweise Sicherheitseinrichtungen
Auch kleine Defekte können das Reinigungsergebnis deutlich verschlechtern.
Scheuersaugmaschinen sind nicht automatisch für große Mengen Grobschmutz ausgelegt.
Vor der Nassreinigung sollten beispielsweise entfernt werden:
Papier
größere Sandmengen
Verpackungsreste
Steine
Metallteile
grober Produktionsschmutz
Je nach Maschine kann dies durch:
Kehren
Staubsaugen
Kehrsaugmaschine
Trockenmoppen
erfolgen.
Dadurch werden Bürsten, Pads und Saugsystem geschont.
Die Maschine wird entsprechend den Herstellerangaben mit Wasser und Reinigungsmittel befüllt.
Dabei sollte die Wassertemperatur zum eingesetzten Reinigungsmittel und Boden passen.
Zu heißes Wasser ist nicht automatisch besser und kann bei bestimmten Produkten oder Oberflächen problematisch sein.
Das Reinigungsmittel sollte exakt dosiert werden.
Eine Überdosierung gehört zu den häufigsten Fehlern bei der maschinellen Bodenreinigung.
Zu viel Reinigungsmittel führt häufig zu:
Schaumbildung
Tensidrückständen
Schlieren
klebrigen Oberflächen
schneller Wiederanschmutzung
höherem Chemikalienverbrauch
Die Dosierung sollte daher immer nach Herstellerangabe erfolgen.
Moderne Dosiersysteme bieten hier einen großen Vorteil, da sie eine konstante Konzentration ermöglichen.
Reinigungsmittel für Scheuersaugmaschinen sollten möglichst schaumarm beziehungsweise für den Maschineneinsatz freigegeben sein.
Stark schäumende Produkte können:
Saugleistung reduzieren
den Schmutzwassertank mit Schaum füllen
das Saugsystem belasten
zu schlechter Schmutzwasseraufnahme führen
Besonders problematisch kann es werden, wenn alte Tensid- oder Pflegefilmrückstände auf dem Boden während der Maschinenreinigung erneut aufschäumen.
Die Mechanik entscheidet wesentlich über die Reinigungswirkung.
Pads eignen sich besonders für glatte Bodenflächen.
Typische Zuordnung:
Blaues Pad
Unterhaltsreinigung
Rotes Pad
Zwischenreinigung und Cleanern
Grünes Pad
Grundreinigung geeigneter beschichteter Bodenflächen
Die tatsächliche Eignung muss immer anhand von Boden und Herstellerfreigabe geprüft werden.
Bürsten bieten Vorteile auf strukturierten Böden.
Typische Einsatzbereiche:
rutschhemmendes Feinsteinzeug
Sicherheitsfliesen
Industrieböden
strukturierte Epoxidharzböden
profilierte Oberflächen
Die Borsten erreichen Vertiefungen, die ein flaches Pad nicht ausreichend bearbeiten kann.
Tellerbürsten rotieren horizontal und eignen sich für zahlreiche glatte bis leicht strukturierte Flächen.
Vorteile:
große Kontaktfläche
vielseitig einsetzbar
unterschiedliche Bürstenhärten verfügbar
Walzen drehen sich um eine horizontale Achse.
Sie eignen sich besonders für:
strukturierte Böden
Sicherheitsfliesen
Industrieböden
Profiloberflächen
Die Bürsten können Schmutz intensiver aus Vertiefungen herausarbeiten.
Eine große Maschine ist nicht automatisch wirtschaftlicher.
Bei stark möblierten oder verwinkelten Bereichen kann eine kompakte Maschine deutlich schneller arbeiten.
Geeignet für:
Flure
Sanitärbereiche
kleine Verkaufsflächen
möblierte Objekte
Geeignet für:
Schulen
Verwaltungsgebäude
größere Verkehrsflächen
Geeignet für:
Industriehallen
Logistikzentren
Flughäfen
Einkaufszentren
Parkhäuser
Die tatsächliche Flächenleistung hängt stark von Hindernissen und Wegeführung ab.
Die Geschwindigkeit der Maschine beeinflusst direkt die Reinigungswirkung.
Wird zu schnell gefahren, haben:
Reinigungsmittel
Pad
Bürste
weniger Zeit, auf die Verschmutzung einzuwirken.
Bei leichter Unterhaltsverschmutzung kann eine höhere Geschwindigkeit ausreichend sein.
Bei stärkeren Verschmutzungen sollte langsamer gearbeitet oder ein zweiter Reinigungsdurchgang durchgeführt werden.
Die Maschine sollte möglichst in gleichmäßigen Bahnen gefahren werden.
Dabei sollten sich die Reinigungsbahnen leicht überlappen.
Das verhindert:
ungereinigte Streifen
sichtbare Übergänge
unterschiedliche Reinigungsintensität
Besonders auf großen freien Flächen sorgt eine systematische Fahrweise für ein deutlich gleichmäßigeres Ergebnis.
In Kurven verändert sich die Kontaktzeit von Pad oder Bürste.
Zu enge oder schnelle Wendemanöver können:
ungleichmäßige Reinigung
Wasserreste
Belastung der Sauglippe
verursachen.
Wendemanöver sollten deshalb kontrolliert und möglichst gleichmäßig erfolgen.
Die Sauglippe ist entscheidend für eine trockene Oberfläche.
Sie muss die Schmutzflotte gleichmäßig zur Saugöffnung führen.
Bei korrekt eingestellter Sauglippe bleibt hinter der Maschine nur eine sehr geringe Restfeuchtigkeit zurück.
Probleme zeigen sich beispielsweise durch:
Wasserstreifen
seitlich austretendes Wasser
schlechte Absaugung
lange Trocknungszeiten
Typische Ursachen sind:
verschmutzte Sauglippe
beschädigte Gummilippen
falsche Einstellung
Fremdkörper unter der Sauglippe
verstopfter Saugschlauch
zu hohe Fahrgeschwindigkeit
stark strukturierte Oberfläche
Sauglippen sollten deshalb regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.
Bei stärkeren Verschmutzungen kann das sogenannte doppelte Scheuern sinnvoll sein.
Die Maschine bringt Reinigungslösung auf und bearbeitet die Fläche mechanisch.
Die Absaugung bleibt je nach Verfahren zunächst angehoben.
Dadurch verbleibt die Reinigungslösung auf dem Boden und kann einwirken.
Der Reiniger erhält Zeit, Verschmutzungen zu lösen.
Wichtig:
Die Reinigungslösung darf nicht antrocknen.
Die Fläche wird erneut mechanisch bearbeitet und anschließend vollständig abgesaugt.
Dieses Verfahren kann deutlich wirksamer sein als ein einmaliges langsames Überfahren.
Für die regelmäßige Unterhaltsreinigung großer Flächen ist die Scheuersaugmaschine besonders geeignet.
Typischer Ablauf:
Grobschmutz entfernen.
Maschine befüllen.
Reinigungsmittel korrekt dosieren.
geeignetes Pad oder Bürste einsetzen.
gleichmäßig reinigen.
Schmutzflotte vollständig absaugen.
Ergebnis kontrollieren.
Bei glatten geeigneten Flächen kann häufig mit einem blauen Pad gearbeitet werden.
Bei stärkeren Laufstraßen oder Verschmutzungen kann intensiver gearbeitet werden.
Je nach Boden:
stärkerer Reiniger
rotes Pad
geringere Fahrgeschwindigkeit
längere Einwirkzeit
doppeltes Scheuern
Bei beschichteten Böden muss darauf geachtet werden, den vorhandenen Pflegefilm nicht unbeabsichtigt vollständig abzutragen.
Auch Grundreinigungen können je nach Objekt mit einer Scheuersaugmaschine unterstützt werden.
Typischer Ablauf:
Grundreiniger aufbringen.
Einwirkzeit beachten.
mit geeignetem Pad oder Bürstensystem bearbeiten.
Schmutzflotte vollständig absaugen.
mit klarem Wasser nacharbeiten.
Boden kontrollieren.
Bei beschichteten geeigneten elastischen Böden können grüne Pads eingesetzt werden.
Soll anschließend neu beschichtet werden, muss der Boden sauber, ausreichend neutral und trocken sein.
PVC-Böden lassen sich häufig sehr wirtschaftlich mit Scheuersaugmaschinen reinigen.
Typische Zuordnung:
Unterhalt → blaues Pad
Zwischenreinigung → rotes Pad
Grundreinigung beschichteter geeigneter PVC-Böden → grünes Pad
Bei PU-/PUR-vergüteten Oberflächen sollte die Mechanik möglichst materialschonend gewählt werden.
Feinsteinzeug ist ein idealer Boden für Scheuersaugmaschinen.
Bei glatten Oberflächen können geeignete Pads eingesetzt werden.
Bei strukturiertem oder rutschhemmendem Feinsteinzeug sind Bürstensysteme häufig effektiver.
Besonders wichtig ist eine möglichst vollständige Absaugung, da Reinigungsmittelrückstände zu Schlieren und Grauschleiern führen können.
Bei Naturstein muss zunächst die Steinart bekannt sein.
Besonders bei poliertem Marmor ist eine sehr schonende Mechanik erforderlich.
Zu aggressive Pads können:
Glanz reduzieren
Oberfläche verkratzen
sichtbare Veränderungen verursachen
Bei unbekannten Flächen sollte eine Probefläche angelegt werden.
Industrie- und Produktionsflächen stellen häufig hohe Anforderungen an Maschinen und Reinigungschemie.
Typische Verschmutzungen:
Öl
Fett
Reifenabrieb
Staplerspuren
Produktionsrückstände
Auf strukturierten Industrieböden sind robuste Bürstensysteme häufig effizienter als Pads.
Bei starken Verschmutzungen ist doppeltes Scheuern häufig sinnvoll.
Bei unzureichender Reinigungsleistung wird häufig zuerst stärker dosiert.
Das ist nicht immer die richtige Lösung.
Zunächst sollte geprüft werden:
Ist das richtige Pad eingesetzt?
Ist die Bürste geeignet?
Wird zu schnell gefahren?
Ist ausreichend Einwirkzeit vorhanden?
Wird die Schmutzflotte vollständig aufgenommen?
Oft lässt sich durch mehr Mechanik oder längere Einwirkzeit die Reinigungsleistung verbessern, ohne die Chemikalienkonzentration zu erhöhen.
Auch der Frischwassertank sollte regelmäßig gereinigt werden.
Ablagerungen können:
Dosiersysteme beeinträchtigen
Düsen verstopfen
Gerüche verursachen
Nach längeren Standzeiten sollte kein altes Reinigungswasser unnötig in der Maschine verbleiben.
Der Schmutzwassertank enthält:
Schmutz
Reinigungsmittel
organische Rückstände
Mikroorganismen
Bleibt das Schmutzwasser längere Zeit im Tank, können Gerüche und Ablagerungen entstehen.
Nach dem Einsatz sollte der Tank:
vollständig geleert,
ausgespült,
bei Bedarf gereinigt,
offen trocknen gelassen
werden.
Pads und Bürsten sollten nach dem Einsatz gründlich gereinigt werden.
Ein verschmutztes Pad kann beim nächsten Einsatz:
Reinigungsleistung verlieren
Schmutz verteilen
Kratzer verursachen
Beschädigte oder stark abgenutzte Pads sollten ersetzt werden.
Sauglippen müssen regelmäßig:
gereinigt
kontrolliert
gedreht
bei Verschleiß ersetzt
werden.
Eine intakte Sauglippe ist Voraussetzung für eine gute Wasseraufnahme.
Verstopfte Filter und Schläuche reduzieren die Saugleistung.
Regelmäßig geprüft werden sollten:
Ansaugfilter
Saugschlauch
Ablaufleitungen
Schmutzwasserfilter
Ein Leistungsabfall der Absaugung ist häufig ein Wartungsproblem und nicht zwingend ein Defekt der Maschine.
Batteriebetriebene Maschinen sollten entsprechend der eingesetzten Akkutechnologie geladen werden.
Wichtig sind:
Ladezustand kontrollieren
geeignete Ladezyklen
richtige Ladegeräte
Batteriezustand regelmäßig prüfen
Eine unzureichende Akkupflege kann die Einsatzdauer und Lebensdauer erheblich reduzieren.
In größeren Objekten kann es sinnvoll sein, wichtige Parameter zu standardisieren.
Beispielsweise:
Maschine
Bodenart
Pad/Bürste
Reiniger
Dosierung
Fahrgeschwindigkeit
Reinigungsintervall
Dadurch lassen sich gute Ergebnisse reproduzieren und Fehler bei Personalwechseln reduzieren.
Verursacht Rückstände und Schaumbildung.
Reduziert Mechanik und Einwirkzeit.
Kann entweder zu wenig reinigen oder den Boden beschädigen.
Vertiefungen werden möglicherweise nicht ausreichend erreicht.
Der gelöste Schmutz wird erneut verteilt.
Wasser bleibt auf dem Boden zurück.
Gerüche, Ablagerungen und technische Probleme können entstehen.
Besonders beim doppelten Scheuern problematisch.
Zu große Maschinen verlieren in verwinkelten Objekten deutlich an Effizienz.
Vor dem Start:
Boden bekannt?
→ Ja
Verschmutzung bekannt?
→ Ja
Passender Reiniger?
→ Ja
Dosierung korrekt?
→ Ja
Passendes Pad/Bürste?
→ Ja
Sauglippe sauber?
→ Ja
Tanks und Akku einsatzbereit?
→ Ja
Dann kann die Reinigung beginnen.
Ein für den Maschineneinsatz geeigneter, möglichst schaumkontrollierter Reiniger, der gleichzeitig zum Bodenbelag und zur Verschmutzung passt.
Auf geeigneten glatten Bodenbelägen werden häufig blaue Pads eingesetzt.
Besonders bei strukturierten, profilierten oder rutschhemmenden Oberflächen.
Häufig sind verschmutzte oder beschädigte Sauglippen, ein verstopftes Saugsystem oder eine falsche Einstellung verantwortlich.
Mögliche Ursachen sind falsche beziehungsweise zu hoch dosierte Reiniger oder vorhandene Tensid- und Pflegefilmreste auf dem Boden.
Beim ersten Durchgang wird gereinigt, ohne die Schmutzflotte sofort vollständig abzusaugen. Nach einer Einwirkzeit erfolgt ein zweiter mechanischer Durchgang mit vollständiger Absaugung.
Ja, sofern Maschine, Reinigungschemie und Mechanik für Boden und Verfahren geeignet sind.
Nein. Die Geschwindigkeit sollte dem Verschmutzungsgrad angepasst werden. Bei leichter Unterhaltsverschmutzung ist eine höhere Fahrgeschwindigkeit wirtschaftlicher.
Der Schmutzwassertank, Pads beziehungsweise Bürsten und relevante Maschinenbereiche sollten regelmäßig beziehungsweise nach dem Einsatz gereinigt werden.
Scheuersaugmaschinen ermöglichen eine leistungsfähige, wirtschaftliche und reproduzierbare Bodenreinigung. Ihr Vorteil liegt in der Kombination von mechanischer Reinigung und unmittelbarer Schmutzwasseraufnahme.
Das Reinigungsergebnis hängt jedoch nicht nur von der Maschine ab.
Entscheidend sind:
richtige Maschine + geeigneter Reiniger + korrekte Dosierung + passendes Pad oder Bürstensystem + richtige Fahrgeschwindigkeit + funktionierende Absaugung.
Wer diese Faktoren aufeinander abstimmt und die Maschine regelmäßig wartet, erzielt bessere Reinigungsergebnisse, reduziert Chemikalienverbrauch und erhöht gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der professionellen Bodenreinigung.