Die Grundreinigung ist eines der intensivsten Reinigungsverfahren in der professionellen Gebäudereinigung. Sie wird durchgeführt, wenn die regelmäßige Unterhalts- und Zwischenreinigung nicht mehr ausreicht oder vorhandene Pflegefilme vollständig entfernt werden müssen.
Ziel einer Grundreinigung ist es, hartnäckige Verschmutzungen, alte Beschichtungen und aufgebaute Reinigungsmittelrückstände möglichst vollständig zu beseitigen und einen definierten Ausgangszustand für die weitere Nutzung oder eine anschließende Neubeschichtung herzustellen.
Eine Grundreinigung sollte deshalb nicht nach einem starren Zeitplan erfolgen, sondern immer nach dem tatsächlichen Zustand des Bodenbelags.
Der grundlegende Ablauf lautet:
Boden bestimmen → Verschmutzung analysieren → geeignete Chemie auswählen → mechanisch bearbeiten → Schmutzflotte vollständig aufnehmen → gründlich nachspülen → Ergebnis kontrollieren.
Typische Gründe sind:
stark verschmutzte Laufstraßen
alte oder beschädigte Polymerbeschichtungen
mehrere übereinanderliegende Pflegefilme
starke Reinigungsmittelrückstände
hartnäckige Fett- und Ölverschmutzungen
Vergrauungen
intensive Gummi- oder Absatzspuren
Vorbereitung einer Neubeschichtung
Sanierung stark beanspruchter Bodenflächen
Nicht jede stärkere Verschmutzung erfordert sofort eine Grundreinigung.
Sind Pflegefilm und Oberfläche noch intakt, kann zunächst eine Zwischenreinigung oder ein Cleaner-Verfahren wirtschaftlicher und materialschonender sein.
Sie intensiviert die Reinigung, ohne einen vorhandenen Pflegefilm vollständig zu entfernen.
Ziel:
Laufstraßen entfernen
Pflegefilm auffrischen
stärkere Verschmutzungen beseitigen
Grundreinigung hinauszögern
Sie greift wesentlich stärker in den vorhandenen Pflegeaufbau ein.
Ziel:
alte Pflegefilme entfernen
starke Verschmutzungen beseitigen
Oberfläche vollständig reinigen
definierten Untergrund für eine Neubeschichtung schaffen
Eine unnötige Grundreinigung verursacht zusätzliche Arbeitszeit, Chemikalienverbrauch, Abwasser und Kosten. Deshalb sollte immer geprüft werden, ob sie tatsächlich notwendig ist.
Eine gute Vorbereitung entscheidet wesentlich über das Ergebnis.
Vor Arbeitsbeginn sollten folgende Punkte geklärt werden:
Welcher Bodenbelag liegt vor?
Ist der Boden beschichtet?
Liegt eine PU-/PUR-Vergütung vor?
Welche Beschichtung oder Pflege wurde eingesetzt?
Welche Verschmutzung soll entfernt werden?
Welche Reinigungschemie ist für den Boden freigegeben?
Welche Maschine, Pads oder Bürsten sind geeignet?
Soll anschließend neu beschichtet werden?
Bei unbekannten Bodenbelägen oder Beschichtungssystemen empfiehlt sich grundsätzlich eine Probefläche.
Vor dem Einsatz des Grundreinigers müssen lose Verschmutzungen entfernt werden.
Dazu gehören:
Staub
Sand
Papier
lose Produktionsrückstände
Haare
sonstiger Grobschmutz
Geeignete Verfahren sind:
Staubsaugen
Kehren
Trockenmoppen
maschinelle Schmutzaufnahme
Dieser Arbeitsschritt verhindert, dass lose Partikel während der Grundreinigung unnötig über die Fläche verteilt werden.
Die Auswahl des Reinigungsmittels richtet sich immer nach Boden und Verschmutzung.
Ein Grundreiniger muss ausreichend Reinigungsleistung besitzen, darf den Bodenbelag jedoch nicht unnötig angreifen.
Dabei ist insbesondere zwischen:
alkalischen Grundreinigern
speziellen Beschichtungsentfernern
Intensivreinigern
sauren Spezialreinigern
industriellen Fett- und Ölreinigern
zu unterscheiden.
Nicht der höchste pH-Wert entscheidet über die Eignung, sondern die Kombination aus Bodenverträglichkeit und Wirkung auf die vorhandene Verschmutzung beziehungsweise Beschichtung.
Bei PVC-Belägen ist besondere Aufmerksamkeit bei der Produktauswahl erforderlich.
Viele klassische Universalgrundreiniger erzielen einen erheblichen Teil ihrer Reinigungswirkung über Lösungsmittel. Solche Produkte können für PVC-Beläge und bestehende Beschichtungssysteme problematisch sein.
Für PVC sollten deshalb geeignete, möglichst lösungsmittelfreie Grundreiniger eingesetzt werden.
Bei der Entfernung klassischer Polymerbeschichtungen kann durchaus stark alkalisch gearbeitet werden. Geeignete Produkte können einen pH-Wert von über 12 besitzen.
Die alkalische Wirkung unterstützt die Ablösung des Pflegefilms, ohne auf lösemittelhaltige Systeme zurückgreifen zu müssen.
Die konkrete Eignung muss jedoch immer anhand der Herstellerangaben von Boden und Reinigungsmittel geprüft werden.
Die Konzentration richtet sich nach:
Produkt
Bodenart
Verschmutzungsgrad
vorhandener Beschichtung
Herstellerangaben
Eine pauschale Überdosierung verbessert das Ergebnis nicht automatisch.
Zu hohe Konzentrationen können:
Material unnötig belasten
Rückstände verursachen
Neutralisation erschweren
zusätzlichen Wasserverbrauch verursachen
Grundreiniger sollten daher entsprechend der vorgesehenen Anwendung dosiert werden.
Die vorbereitete Reinigungslösung wird gleichmäßig auf der Fläche verteilt.
Wichtig ist eine ausreichende Benetzung.
Trockenstellen reduzieren die Reinigungswirkung und können zu einem ungleichmäßigen Ergebnis führen.
Die Fläche sollte jedoch nicht so stark geflutet werden, dass Wasser in Fugen, Anschlüsse oder empfindliche Unterkonstruktionen eindringen kann.
Die Reinigungschemie benötigt Zeit, um Verschmutzungen und Pflegefilme anzulösen.
Dieser Faktor wird in der Praxis häufig unterschätzt.
Wird der Reiniger sofort wieder aufgenommen, kann er seine Wirkung nicht vollständig entfalten.
Die Einwirkzeit richtet sich nach dem verwendeten Produkt und muss entsprechend der Herstellerangaben eingehalten werden.
Wichtig:
Die Reinigungslösung darf während der Einwirkzeit nicht antrocknen.
Bei Bedarf muss nachgenetzt werden.
Nach beziehungsweise während der Einwirkzeit wird die Fläche mechanisch bearbeitet.
Typische Maschinen sind:
Einscheibenmaschinen
Scheuersaugmaschinen
Walzenmaschinen
Für klassische Grundreinigungen geeigneter beschichteter elastischer Böden kommen häufig grüne Pads zum Einsatz.
Grüne Pads besitzen eine deutlich stärkere Reinigungswirkung als Pads für Unterhalts- oder Zwischenreinigung.
Die Mechanik sollte jedoch immer auf Boden und Beschichtung abgestimmt werden.
Zu aggressive Pads können den Boden selbst beschädigen.
Typischer Einsatz:
Grundreinigung
Entfernung alter Pflegefilme
starke Verschmutzungen
Auf strukturierten Oberflächen sind Bürsten häufig effektiver.
Typische Einsatzbereiche:
strukturiertes Feinsteinzeug
Industrieböden
Sicherheitsfliesen
rutschhemmende Flächen
Die Borsten erreichen Vertiefungen, die ein flaches Pad nicht ausreichend erfassen kann.
Nach der mechanischen Bearbeitung enthält die Reinigungslösung:
gelöste Verschmutzungen
Pflegefilmreste
Reinigungsmittel
Partikel
Diese Schmutzflotte muss vollständig von der Fläche entfernt werden.
Geeignete Verfahren sind:
Nasssauger
Scheuersaugmaschine
geeignete Nasswischverfahren
Dieser Schritt ist entscheidend.
Bleibt die Schmutzflotte auf der Fläche zurück, trocknen Verschmutzungen und Chemikalien wieder auf und beeinträchtigen das Reinigungsergebnis.
Nach der Aufnahme der Schmutzflotte muss die Fläche gründlich mit klarem Wasser nachgearbeitet werden.
Je nach Grundreiniger und Boden kann mehrmaliges Nachspülen erforderlich sein.
Ziel ist es, verbleibende:
alkalische Rückstände
gelöste Pflegefilmreste
Reinigungsmittelbestandteile
vollständig zu entfernen.
Soll der Boden anschließend neu beschichtet werden, ist dieser Arbeitsschritt besonders wichtig.
Auf der Oberfläche dürfen keine relevanten alkalischen Rückstände verbleiben.
Eine einfache Möglichkeit zur Kontrolle ist die Prüfung mit pH-Indikatorstreifen.
Dazu wird eine kleine Menge sauberes Wasser auf die Fläche gegeben und anschließend der pH-Wert kontrolliert.
Erst wenn der Boden ausreichend neutral ist, sollte mit der Beschichtung begonnen werden.
Verbleibende alkalische Rückstände können zu Beschichtungsfehlern führen, beispielsweise:
schlechte Haftung
ungleichmäßige Filmbildung
Glanzunterschiede
Blasenbildung
reduzierte Haltbarkeit
Nach der Reinigung und Neutralisation muss der Boden vollständig trocknen.
Restfeuchtigkeit kann die Haftung einer nachfolgenden Beschichtung beeinträchtigen.
Die notwendige Trocknungszeit hängt ab von:
Bodenbelag
Raumtemperatur
Luftfeuchtigkeit
Belüftung
eingesetzter Wassermenge
Erst auf einer sauberen, neutralen und trockenen Oberfläche sollte die weitere Behandlung erfolgen.
Nicht jeder PVC- oder Vinylboden benötigt eine klassische Grundreinigung mit anschließender Polymerbeschichtung.
Viele moderne Bodenbeläge verfügen über eine werkseitige PU- oder PUR-Vergütung.
Hinweise sind beispielsweise:
technische Herstellerangaben
Bezeichnungen wie PU oder PUR
Pflegehinweis „keine Einpflege erforderlich“
werkseitig vergütete, gleichmäßige Oberfläche
Bei solchen Böden sollte zunächst geprüft werden, ob überhaupt ein klassischer Pflegefilm vorhanden ist.
Eine unnötige Entfernung oder Beschichtung kann den Pflegeaufwand erhöhen und die Vorteile der werkseitigen Vergütung beeinträchtigen.
Linoleum unterscheidet sich chemisch deutlich von PVC.
Der Boden enthält natürliche Bestandteile und reagiert empfindlicher auf stark alkalische Belastungen.
Deshalb sollten ausschließlich für Linoleum geeignete Grundreiniger verwendet werden.
Wichtig sind:
begrenzte Einwirkzeit
angepasste Konzentration
vollständige Schmutzaufnahme
gründliches Nachspülen
Eine pauschale Übertragung eines PVC-Grundreinigungsverfahrens auf Linoleum ist nicht empfehlenswert.
Bei Feinsteinzeug dient die Grundreinigung normalerweise nicht der Entfernung einer klassischen Polymerbeschichtung.
Typische Gründe sind:
Grauschleier
Tensidrückstände
Fettfilme
starke Laufverschmutzungen
Baustellenrückstände
Die Reinigungschemie richtet sich nach der Art der Verschmutzung.
Organische Rückstände werden häufig alkalisch behandelt, mineralische Ablagerungen dagegen gegebenenfalls sauer.
Filmbildende Pflegeprodukte sollten auf Feinsteinzeug normalerweise vermieden werden.
Naturstein verlangt eine besonders sorgfältige Materialprüfung.
Vor dem Einsatz eines Grundreinigers muss bekannt sein, ob es sich beispielsweise um:
Marmor
Kalkstein
Granit
Schiefer
Quarzit
handelt.
Kalkhaltige Natursteine wie Marmor und Kalkstein sind säureempfindlich.
Die Reinigung muss deshalb immer auf die konkrete Gesteinsart und Oberflächenbehandlung abgestimmt werden.
Bei Epoxidharz- und anderen Industrieböden stehen häufig starke betriebliche Verschmutzungen im Vordergrund.
Typische Verschmutzungen sind:
Öl
Fett
Reifenabrieb
Produktionsrückstände
Kühlschmierstoffe
Hier können leistungsfähige alkalische Industrie- oder Spezialreiniger erforderlich sein.
Scheuersaugmaschinen und geeignete Bürstensysteme ermöglichen auf großen Flächen eine wirtschaftliche Bearbeitung.
Vor aggressiven Reinigungsverfahren sollte die chemische Beständigkeit der vorhandenen Beschichtung geprüft werden.
Die Grundreinigung basiert auf vier Faktoren:
Chemie – Mechanik – Zeit – Temperatur
Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig.
Eine hohe Reinigungsleistung entsteht nicht allein durch aggressive Chemie.
Beispielsweise können:
längere Einwirkzeit
stärkere Mechanik
geeignete Temperatur
die notwendige Chemikalienkonzentration reduzieren.
Ziel ist eine möglichst wirksame und gleichzeitig materialgerechte Kombination.
Grundreiniger können deutlich stärker konzentriert und alkalischer oder saurer sein als Produkte der normalen Unterhaltsreinigung.
Deshalb sind die Vorgaben des Sicherheitsdatenblatts zu beachten.
Je nach Produkt können erforderlich sein:
geeignete Schutzhandschuhe
Schutzbrille
geeignete Arbeitskleidung
Kennzeichnung der Reinigungsfläche
ausreichende Belüftung
Der gereinigte Bereich sollte außerdem gegen unbeabsichtigtes Betreten gesichert werden.
Eine Grundreinigung ist deutlich arbeitsintensiver als eine normale Unterhaltsreinigung.
Kosten entstehen durch:
Personal
Reinigungschemie
Maschinen
Wasser
Abwasser
neue Beschichtung
Sperrzeiten
Deshalb sollten Grundreinigungen nicht häufiger durchgeführt werden als notwendig.
Eine gute Unterhalts- und Zwischenreinigung kann die Intervalle deutlich verlängern.
Ein Universalgrundreiniger ist nicht automatisch für jeden Boden geeignet.
Zu kurze Einwirkzeit reduziert die Reinigungsleistung.
Dadurch können Rückstände und Flecken entstehen.
Das kann Bodenbelag oder Oberflächenvergütung beschädigen.
Gelöster Schmutz bleibt auf der Oberfläche zurück.
Alkalische oder saure Rückstände können spätere Probleme verursachen.
Besonders vor einer Neubeschichtung kann dies zu Haftungs- und Filmbildungsproblemen führen.
Restfeuchtigkeit kann die nachfolgende Beschichtung beeinträchtigen.
Moderne werkseitig vergütete Böden werden teilweise unnötig grundgereinigt und beschichtet.
Nach einer Grundreinigung kann eine Neubeschichtung sinnvoll beziehungsweise erforderlich sein, wenn:
der vorhandene Pflegefilm vollständig entfernt wurde
der Boden für eine Polymerbeschichtung vorgesehen ist
die Oberfläche ausreichend neutral und trocken ist
der Bodenhersteller eine Einpflege empfiehlt
PU-/PUR-vergütete Böden benötigen dagegen häufig keine klassische Polymerbeschichtung.
Vor der Entscheidung sollte immer der konkrete Bodenaufbau geprüft werden.
Eine Grundreinigung ist eine intensive Reinigung, bei der hartnäckige Verschmutzungen und je nach Boden auch alte Pflegefilme vollständig entfernt werden.
Nicht nach einem festen Intervall. Eine Grundreinigung sollte nur erfolgen, wenn Unterhalts- und Zwischenreinigung nicht mehr ausreichen oder eine Neubeschichtung erforderlich wird.
Bei geeigneten beschichteten elastischen Böden kommen häufig grüne Pads zum Einsatz. Die Eignung muss jedoch für den jeweiligen Boden geprüft werden.
Mit geeigneten, für PVC freigegebenen und möglichst lösungsmittelfreien Grundreinigern kann bei der Entfernung klassischer Polymerbeschichtungen stark alkalisch gearbeitet werden. Produkte mit einem pH-Wert über 12 sind je nach System möglich.
Lösungsmittelhaltige Universalgrundreiniger können Boden oder Beschichtung unnötig belasten. Deshalb sollte ein ausdrücklich für PVC geeignetes Produkt verwendet werden.
Vor einer Neubeschichtung sollte sichergestellt werden, dass keine relevanten alkalischen Rückstände vorhanden sind. pH-Indikatorstreifen ermöglichen eine einfache Kontrolle.
Nein. Das hängt vom Bodenaufbau ab. Moderne PU-/PUR-vergütete Böden benötigen häufig keine klassische Einpflege.
Ja. Dabei richtet sich die Reinigungschemie nach der Verschmutzung. Eine klassische Polymerbeschichtung ist normalerweise nicht erforderlich.
Bei der Zwischenreinigung wird der vorhandene Pflegeaufbau weitgehend erhalten. Bei der Grundreinigung werden starke Verschmutzungen und gegebenenfalls alte Pflegefilme vollständig entfernt.
Die Grundreinigung schafft einen definierten Ausgangszustand für stark verschmutzte oder beschichtete Bodenflächen. Sie ist jedoch deutlich intensiver als Unterhalts- und Zwischenreinigung und sollte deshalb gezielt und nicht unnötig häufig durchgeführt werden.
Entscheidend für ein professionelles Ergebnis sind:
richtige Bodenbestimmung + geeigneter Grundreiniger + ausreichende Einwirkzeit + passende Mechanik + vollständige Schmutzaufnahme + gründliches Nachspülen + Kontrolle des pH-Werts.
Besonders vor einer Neubeschichtung muss der Boden sauber, ausreichend neutral und vollständig trocken sein.
Eine fachgerecht geplante Grundreinigung reduziert Beschichtungsfehler, schützt den Bodenbelag und schafft die Grundlage für einen langlebigen neuen Pflegeaufbau.