Nach der Verlegung von Feinsteinzeug kann ein matter, weißlicher oder grauer Belag auf der Oberfläche zurückbleiben. Dieser sogenannte Zementschleier entsteht durch mineralische Rückstände aus zementhaltigen Fugen- und Verlegematerialien.
Eine fachgerechte Entfernung ist ein wichtiger Bestandteil der Bauendreinigung. Bleibt der Zementschleier auf der Oberfläche, kann das Feinsteinzeug stumpf erscheinen und im späteren Betrieb deutlich schneller verschmutzen.
Da es sich um eine mineralische Verschmutzung handelt, reichen normale Unterhalts- oder alkalische Reiniger häufig nicht aus. Für klassische zementäre Rückstände kommen geeignete saure Reiniger zum Einsatz.
Beim Verfugen keramischer Beläge werden Fugenmörtel und andere mineralische Materialien verarbeitet.
Auch nach dem Abwaschen können geringe Mengen dieser Materialien auf der Fliesenoberfläche verbleiben.
Nach dem Trocknen zeigen sich diese Rückstände beispielsweise als:
weißlicher Schleier
grauer Belag
stumpfe Oberfläche
fleckige Bereiche
raue Ablagerungen
Besonders auf dunklem Feinsteinzeug ist der Schleier deutlich sichtbar.
Zementschleier ist nicht nur ein optisches Problem.
Die mineralischen Rückstände verändern die Oberfläche und können die spätere Reinigung erschweren.
Mögliche Folgen sind:
verstärkte Schmutzanhaftung
stumpfes Erscheinungsbild
ungleichmäßige Optik
erschwerte Unterhaltsreinigung
scheinbare Fleckenbildung
Eine sorgfältige Bauendreinigung schafft deshalb die Grundlage für die spätere wirtschaftliche Unterhaltsreinigung.
Zementäre Rückstände sind mineralischer beziehungsweise alkalischer Natur.
Geeignete saure Reinigungsmittel können diese Rückstände chemisch anlösen und dadurch ihre mechanische Entfernung erleichtern.
Ein normaler Neutral- oder Alkoholreiniger besitzt diese Wirkung nicht.
Wichtig ist jedoch:
Nicht jede mineralische Oberfläche und nicht jedes Fugenmaterial ist säurebeständig.
Vor der Anwendung müssen deshalb die Materialverträglichkeit und die Herstellerangaben geprüft werden.
Staub, Sand und lose Baustellenverschmutzungen werden zunächst vollständig entfernt.
Vor der großflächigen Anwendung sollte geprüft werden:
Ist das Feinsteinzeug säurebeständig?
Sind die Fugen geeignet?
Gibt es angrenzende säureempfindliche Materialien?
Welche Vorgaben macht der Hersteller?
Anschließend sollte eine Probefläche angelegt werden.
Zementäre Fugen können durch Säure angegriffen werden.
Je nach Verfahren und Produkt kann deshalb ein fachgerechtes Vornässen der Fugen erforderlich sein. Dadurch wird die Aufnahme der sauren Reinigungslösung in den Fugenbereich reduziert.
Die konkrete Vorgehensweise richtet sich nach dem verwendeten Reinigungsmittel und den Herstellerangaben.
Der saure Reiniger wird in der vorgeschriebenen Konzentration gleichmäßig aufgebracht.
Eine Überdosierung sollte vermieden werden.
Der Reiniger benötigt eine definierte Zeit, um die mineralischen Rückstände anzulösen.
Die Fläche darf währenddessen nicht unkontrolliert antrocknen.
Die angelösten Rückstände werden mit geeigneten Pads oder Bürsten bearbeitet.
Auf strukturiertem Feinsteinzeug sind Bürsten häufig besonders effektiv.
Die gelösten mineralischen Rückstände müssen vollständig von der Oberfläche entfernt werden.
Auf größeren Flächen können Nasssauger oder geeignete Reinigungsmaschinen eingesetzt werden.
Anschließend wird die Fläche gründlich mit klarem Wasser nachgearbeitet, damit keine sauren Reinigungs- oder Schmutzrückstände verbleiben.
Erst nach vollständiger Trocknung lässt sich beurteilen, ob der Zementschleier vollständig entfernt wurde.
Saure Reiniger dürfen nicht unkontrolliert eingesetzt werden.
Besondere Vorsicht ist beispielsweise bei angrenzenden säureempfindlichen Materialien erforderlich.
Dazu können je nach Material gehören:
kalkhaltige Natursteine
Marmor
bestimmte Metalle
empfindliche Beschichtungen
nicht säurebeständige Fugen
Angrenzende Bauteile müssen gegebenenfalls geschützt werden.
Nicht jeder Schleier auf einem neu verlegten Boden ist automatisch Zement.
Auf Baustellen können beispielsweise auch auftreten:
Silikonreste
Klebstoffe
Epoxidharzfugenreste
Lacke
Gips
Staub
Schutzfilme
Diese Verschmutzungen benötigen teilweise völlig andere Reinigungsverfahren.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen zementärem Fugenmörtel und Epoxidharzfugenmaterial. Rückstände aus Reaktionsharzfugen lassen sich nicht automatisch mit einem klassischen sauren Zementschleierentferner beseitigen.
Vor der Reinigung sollte deshalb geklärt werden, welches Verlege- und Fugenmaterial verwendet wurde.
Auf großen Flächen kann die Bauendreinigung maschinell durchgeführt werden.
Geeignet sind je nach Oberfläche beispielsweise:
Einscheibenmaschinen
Scheuersaugmaschinen
geeignete Bürstensysteme
Nasssauger
Bei strukturierten Fliesen sind Bürsten häufig vorteilhaft, da sie auch Vertiefungen erreichen.
Die Schmutzflotte muss unabhängig vom eingesetzten Verfahren vollständig aufgenommen werden.
Nach erfolgreicher Bauendreinigung benötigt Feinsteinzeug normalerweise keine klassische Pflegebeschichtung.
Stattdessen sollte direkt ein geeignetes Unterhaltsreinigungssystem definiert werden.
Empfehlenswert sind:
rückstandsarme Reinigungsmittel
korrekte Dosierung
geeignete Mopps
regelmäßige maschinelle Reinigung großer Flächen
Verzicht auf unnötige filmbildende Pflegeprodukte
Eine fachgerecht durchgeführte Bauendreinigung erleichtert die Reinigung über den gesamten späteren Lebenszyklus des Bodens.
Für klassische zementäre Rückstände werden geeignete saure Zementschleierentferner verwendet.
Normalerweise reicht ein Neutralreiniger für mineralische Zementrückstände nicht aus.
Viele Feinsteinzeugoberflächen besitzen eine hohe chemische Beständigkeit. Trotzdem müssen insbesondere Fugen, angrenzende Materialien und die Herstellerangaben berücksichtigt werden.
Zementäre Fugen können durch Säuren angegriffen werden. Die konkrete Vorgehensweise – beispielsweise ein mögliches Vornässen – richtet sich nach Produkt und Fugenmaterial.
Nicht automatisch. Reaktionsharz- beziehungsweise Epoxidharzrückstände benötigen gegebenenfalls speziell dafür geeignete Reinigungsmittel.
Die Entfernung erfolgt im Rahmen der fachgerechten Bauendreinigung nach ausreichender Aushärtung der verwendeten Verlege- und Fugenmaterialien entsprechend den Herstellerangaben.
Die Entfernung von Zementschleier gehört zu den wichtigsten Arbeitsschritten bei der Bauendreinigung neu verlegter Feinsteinzeugflächen.
Entscheidend ist zunächst die korrekte Identifikation der Verschmutzung. Klassische zementäre Rückstände werden mit geeigneter saurer Reinigungschemie angelöst, mechanisch bearbeitet und anschließend vollständig von der Oberfläche entfernt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Fugen und angrenzenden säureempfindlichen Materialien.
Eine fachgerechte Bauendreinigung sorgt nicht nur für eine saubere Optik. Sie schafft auch die Grundlage dafür, dass der Feinsteinzeugboden anschließend mit einem wirtschaftlichen und rückstandsarmen Unterhaltsreinigungssystem dauerhaft sauber gehalten werden kann.