Feinsteinzeug gehört zu den widerstandsfähigsten keramischen Bodenbelägen und wird deshalb häufig in Bürogebäuden, Einkaufszentren, Hotels, öffentlichen Einrichtungen, Gastronomie, Industrie und anderen stark frequentierten Objekten eingesetzt.
Trotz seiner hohen Widerstandsfähigkeit gilt Feinsteinzeug in der professionellen Gebäudereinigung nicht immer als unkompliziert. Besonders matte, unglasierte oder stark strukturierte Oberflächen können Verschmutzungen festhalten. Falsch ausgewählte oder überdosierte Reinigungsmittel führen zudem häufig zu Schlieren, Grauschleiern und einer erhöhten Wiederanschmutzung.
Eine erfolgreiche Reinigung setzt deshalb voraus, dass Oberfläche, Verschmutzungsart, Reinigungschemie und Mechanik aufeinander abgestimmt werden.
Feinsteinzeug wird aus keramischen Rohstoffen hergestellt, unter hohem Druck verdichtet und bei sehr hohen Temperaturen gebrannt. Dadurch entsteht ein ausgesprochen dichter Werkstoff mit sehr geringer Wasseraufnahme.
Typische Eigenschaften sind:
sehr geringe Wasseraufnahme
hohe mechanische Belastbarkeit
hohe Abriebfestigkeit
lange Lebensdauer
gute Reinigungsfähigkeit
hohe Widerstandsfähigkeit
zahlreiche Oberflächenstrukturen
unterschiedliche Rutschhemmklassen
Entscheidend für die Reinigung ist allerdings nicht nur das Grundmaterial, sondern vor allem die jeweilige Oberfläche.
Glasiertes, poliertes, mattes und strukturiertes Feinsteinzeug kann völlig unterschiedliche Anforderungen an die Reinigung stellen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, jeden Feinsteinzeugboden gleich zu behandeln.
Bei glasierten Fliesen befindet sich eine zusätzliche keramische Schicht auf der Oberfläche. Die Oberfläche ist vergleichsweise geschlossen und meist gut zu reinigen.
Unglasiertes Feinsteinzeug besitzt keine zusätzliche Glasurschicht. Insbesondere matte Oberflächen können mikroskopisch feine Strukturen besitzen, in denen sich Schmutz festsetzt.
Durch den Poliervorgang entsteht eine besonders hochwertige, glänzende Oberfläche. Gleichzeitig können sich die Anforderungen an Reinigung und Fleckempfindlichkeit verändern.
Rutschhemmende Oberflächen besitzen eine ausgeprägtere Struktur. Sie bieten mehr Sicherheit, stellen die Reinigung jedoch vor besondere Herausforderungen.
Je stärker die Struktur, desto wichtiger wird die mechanische Bearbeitung.
Ziel der Unterhaltsreinigung ist es, Staub, Laufverschmutzungen und andere regelmäßig auftretende Verunreinigungen zu entfernen, bevor sich hartnäckige Ablagerungen bilden.
Vor der Nassreinigung sollten lose Schmutzpartikel entfernt werden.
Geeignete Verfahren sind:
Staubsaugen
Trockenmoppen
Kehren
vorimprägnierte Mopps
maschinelle Schmutzaufnahme
Besonders Sand und mineralischer Schmutz sollten regelmäßig entfernt werden, da sie durch die tägliche Nutzung auf der Oberfläche verteilt werden.
Anschließend erfolgt die Nass- beziehungsweise Feuchtreinigung.
Für normal verschmutzte Feinsteinzeugflächen eignen sich je nach Oberfläche insbesondere rückstandsarme Reiniger.
In Frage kommen beispielsweise:
Alkoholreiniger
geeignete Neutralreiniger
Automatenreiniger
Besonders wichtig ist eine exakte Dosierung.
Bei der einstufigen Methode wird die Reinigungslösung mit einem geeigneten Mopp aufgebracht und die Verschmutzung in einem Arbeitsgang aufgenommen.
Dieses Verfahren eignet sich insbesondere für leicht verschmutzte Flächen.
Vorteile sind:
hohe Flächenleistung
geringer Zeitaufwand
wirtschaftliche Reinigung
geringer Wasserverbrauch
Voraussetzung ist allerdings, dass nur geringe Verschmutzungen vorhanden sind und der Mopp regelmäßig gewechselt wird.
Bei stärkeren Verschmutzungen bietet das zweistufige Verfahren eine höhere Reinigungsleistung.
Im ersten Arbeitsgang wird die Reinigungslösung aufgebracht. Sie erhält Zeit, um Verschmutzungen anzulösen.
Im zweiten Arbeitsgang wird die gelöste Schmutzflotte mit einem sauberen Mopp aufgenommen.
Das Verfahren reduziert die Gefahr, dass gelöster Schmutz lediglich auf der Fläche verteilt wird.
Schlieren gehören zu den häufigsten Problemen bei der Reinigung von Feinsteinzeug.
Die Ursache liegt oftmals nicht am Boden selbst, sondern am Reinigungssystem.
Typische Ursachen sind:
überdosierte Reinigungsmittel
Tensidrückstände
Pflegemittelrückstände
verschmutzte Mopps
zu wenig Wasser
unzureichende Schmutzaufnahme
ungeeignete Reiniger
mehrfaches Überwischen mit verschmutzter Reinigungslösung
Insbesondere filmbildende Reinigungs- und Pflegemittel können problematisch sein.
Auf der Oberfläche bildet sich mit der Zeit ein dünner Film, an dem neuer Schmutz leichter haften bleibt. Der Boden wirkt dann trotz regelmäßiger Reinigung zunehmend grau oder schmierig.
Mehr Reinigungsmittel führt deshalb nicht automatisch zu einem besseren Reinigungsergebnis.
Bei Feinsteinzeug ist eine möglichst rückstandsarme Reinigung besonders wichtig.
Ein typisches Problem in stark frequentierten Objekten ist ein zunehmender Grauschleier.
Der Boden sieht unmittelbar nach der Reinigung zunächst sauber aus, verliert jedoch mit der Zeit sein ursprüngliches Erscheinungsbild.
Mögliche Ursachen sind:
Reinigungsmittelrückstände
Pflegemittel
falsche Dosierung
Schmutzverschleppung
ungeeignete Wischverfahren
nicht ausreichend aufgenommene Schmutzflotte
In solchen Fällen sollte nicht automatisch stärker dosiert werden.
Stattdessen muss zunächst festgestellt werden, ob sich auf der Oberfläche bereits ein Reinigungs- oder Pflegefilm aufgebaut hat.
Eine intensive Zwischen- oder Grundreinigung kann notwendig sein, um diese Rückstände vollständig zu entfernen.
Feinsteinzeug benötigt normalerweise keine klassische Pflegebeschichtung.
Produkte, die bewusst einen Pflegefilm aufbauen, können insbesondere bei strukturierten oder matten Feinsteinzeugoberflächen langfristig zu Problemen führen.
Mögliche Folgen sind:
Schlieren
Grauschleier
klebrige Oberflächen
verstärkte Schmutzanhaftung
optische Veränderungen
Beeinträchtigung der Rutschhemmung
Für die Unterhaltsreinigung sollten deshalb möglichst rückstandsarme Produkte eingesetzt werden.
Auf größeren Flächen ist die maschinelle Reinigung häufig deutlich wirtschaftlicher und gründlicher als eine ausschließlich manuelle Reinigung.
Scheuersaugmaschinen kombinieren mehrere Arbeitsschritte:
Reinigungslösung aufbringen.
Oberfläche mechanisch bearbeiten.
Verschmutzung lösen.
Schmutzflotte aufnehmen.
Fläche absaugen.
Der große Vorteil besteht darin, dass gelöster Schmutz nicht auf der Fläche verbleibt.
Die richtige Mechanik hängt von der Oberflächenstruktur ab.
Bei glattem Feinsteinzeug können geeignete Reinigungspads eingesetzt werden.
Die Aggressivität des Pads muss an Oberfläche und Reinigungsaufgabe angepasst werden.
Bei strukturiertem oder stark rutschhemmendem Feinsteinzeug sind Bürsten häufig effektiver.
Die Borsten erreichen Vertiefungen, die ein flaches Pad möglicherweise nicht ausreichend bearbeitet.
Gerade bei R10-, R11- oder stärker strukturierten Fliesen kann die richtige Bürstentechnik einen erheblichen Unterschied im Reinigungsergebnis bewirken.
Wenn die normale Unterhaltsreinigung nicht mehr ausreicht, muss nicht sofort eine vollständige Grundreinigung durchgeführt werden.
Eine intensive Zwischenreinigung kann beispielsweise erforderlich sein bei:
Laufstraßen
beginnendem Grauschleier
stärkeren Fettverschmutzungen
Reinigungsmittelrückständen
Verschmutzungen in Oberflächenstrukturen
Dabei werden Reinigungschemie, Einwirkzeit und Mechanik gegenüber der normalen Unterhaltsreinigung erhöht.
Anschließend muss die Schmutzflotte vollständig aufgenommen werden.
Eine Grundreinigung wird erforderlich, wenn sich über längere Zeit starke Verschmutzungen oder Reinigungsmittelrückstände aufgebaut haben.
Der Ablauf richtet sich nach der Art der Verschmutzung.
Grobschmutz vollständig entfernen.
Geeigneten Grundreiniger entsprechend der Verschmutzung auswählen.
Reinigungslösung gleichmäßig auftragen.
Vorgeschriebene Einwirkzeit beachten.
Oberfläche maschinell bearbeiten.
Schmutzflotte vollständig aufnehmen.
Gründlich mit klarem Wasser nacharbeiten.
Reinigungsergebnis kontrollieren.
Bei unbekannten Oberflächen oder besonders hochwertigen Fliesen empfiehlt sich vorab eine Probefläche.
Diese Entscheidung richtet sich nicht danach, wie stark ein Boden verschmutzt ist, sondern nach der Art der Verschmutzung.
Alkalische Reiniger eignen sich insbesondere für organische Verschmutzungen wie:
Fette
Öle
organische Produktionsrückstände
bestimmte Reinigungs- und Pflegefilme
Saure Reiniger werden vor allem gegen mineralische Ablagerungen eingesetzt, beispielsweise:
Kalk
Zementschleier
mineralische Rückstände
bestimmte Baustellenverschmutzungen
Dabei müssen insbesondere Fugenmaterialien, angrenzende Oberflächen und Herstellerangaben berücksichtigt werden.
Die Reinigungschemie sollte immer nach der Verschmutzung ausgewählt werden – nicht nach dem Grundsatz „stärker ist besser“.
Nach der Verlegung stellt die Bauendreinigung einen besonders wichtigen Schritt dar.
Auf neu verlegten Flächen können unter anderem folgende Rückstände vorhanden sein:
Zementschleier
Fugenmaterial
Baustellenstaub
Klebstoffreste
mineralische Ablagerungen
Markierungen und andere Baustellenverschmutzungen
Werden diese Rückstände nicht vollständig entfernt, können sie die spätere Unterhaltsreinigung erheblich erschweren.
Insbesondere ein verbleibender Zementschleier kann dazu führen, dass der Boden dauerhaft stumpf oder grau erscheint und Schmutz stärker anhaftet.
Für mineralische Rückstände werden geeignete saure Reiniger eingesetzt. Dabei müssen die Vorgaben der Fliesen- und Fugenhersteller beachtet werden.
In Gastronomie, Lebensmittelproduktion und anderen gewerblichen Bereichen können sich erhebliche Fettbelastungen entwickeln.
Hier sind alkalische Fett- beziehungsweise Intensivreiniger häufig die richtige Wahl.
Entscheidend für das Ergebnis sind vier Faktoren:
Chemie + Mechanik + Einwirkzeit + Temperatur
Eine ausreichend lange Einwirkzeit ermöglicht es dem Reinigungsmittel, die Verschmutzung anzulösen. Die mechanische Bearbeitung unterstützt diesen Prozess.
Anschließend muss die gelöste Schmutzflotte vollständig aufgenommen werden.
Feinsteinzeug gilt als robust – trotzdem können falsche Reinigungsverfahren zu dauerhaft schlechten Reinigungsergebnissen führen.
Zu den häufigsten Fehlern gehören:
Reinigungsmittel überdosieren
filmbildende Pflegemittel verwenden
Schmutzflotte nicht vollständig aufnehmen
verschmutzte Mopps weiterverwenden
falsche Reinigungschemie einsetzen
strukturierte Böden ausschließlich wischen
ungeeignete Pads oder Bürsten einsetzen
Einwirkzeit nicht beachten
Bauendreinigung unvollständig durchführen
bei Schlieren immer mehr Reinigungsmittel einsetzen
In vielen Fällen lässt sich ein problematischer Feinsteinzeugboden bereits durch die Umstellung auf ein rückstandsarmes Reinigungssystem deutlich verbessern.
Die Auswahl richtet sich immer nach Oberfläche und Verschmutzung.
Geeignet für die regelmäßige Unterhaltsreinigung wasserbeständiger Oberflächen und besonders interessant, wenn eine schnelle, möglichst rückstandsarme Reinigung gewünscht wird.
Für die regelmäßige Reinigung und leichte Verschmutzungen, sofern das Produkt keine unerwünschten Pflegefilme hinterlässt.
Für Fett, Öl, hartnäckige organische Verschmutzungen und bestimmte Reinigungsmittelrückstände.
Für mineralische Verschmutzungen wie Kalk oder Zementschleier, sofern Boden, Fugen und angrenzende Materialien dafür geeignet sind.
Für den Einsatz in Scheuersaugmaschinen auf großen Flächen. Dabei sollte auf kontrollierte Schaumbildung und eine möglichst rückstandsarme Reinigung geachtet werden.
Das hängt von der Verschmutzung ab. Für die normale Unterhaltsreinigung sind häufig rückstandsarme Alkohol-, Neutral- oder Automatenreiniger geeignet. Fettige Verschmutzungen benötigen dagegen alkalische und mineralische Ablagerungen gegebenenfalls saure Reiniger.
Häufig sind Reinigungsmittelrückstände, Überdosierung, verschmutzte Mopps oder eine unzureichende Aufnahme der Schmutzflotte verantwortlich.
Ein Grauschleier kann durch aufgebaute Tensid- oder Pflegemittelrückstände entstehen, an denen neuer Schmutz stärker haftet.
Ja. Gerade auf größeren Flächen ist eine Scheuersaugmaschine sehr gut geeignet. Pads beziehungsweise Bürsten müssen an die Oberfläche angepasst werden.
Auf glatten Flächen können Pads gute Ergebnisse erzielen. Bei strukturiertem und rutschhemmendem Feinsteinzeug sind Bürsten häufig effektiver.
Bei geeigneten Oberflächen können saure Reiniger beispielsweise zur Entfernung mineralischer Ablagerungen eingesetzt werden. Fugen, angrenzende Materialien und Herstellerangaben müssen jedoch berücksichtigt werden.
In der Regel nicht. Feinsteinzeug benötigt normalerweise keine klassische Polymerbeschichtung. Filmbildende Pflegeprodukte können die Reinigung sogar erschweren.
Zementschleier wird üblicherweise im Rahmen der Bauendreinigung mit einem dafür geeigneten sauren Reiniger entfernt. Materialverträglichkeit und Herstellerangaben müssen dabei beachtet werden.
Feinsteinzeug ist äußerst widerstandsfähig, stellt jedoch insbesondere bei matten, mikrorauen und rutschhemmenden Oberflächen hohe Anforderungen an die professionelle Reinigung.
Der wichtigste Grundsatz lautet: so rückstandsarm wie möglich reinigen und die Reinigungschemie nach der tatsächlichen Verschmutzung auswählen.
Bei der Unterhaltsreinigung sorgen korrekt dosierte Alkohol-, Neutral- oder Automatenreiniger für saubere Oberflächen. Bei Fett und organischen Verschmutzungen können alkalische Reiniger erforderlich sein, während mineralische Rückstände eine saure Reinigung notwendig machen können.
Auf großen oder strukturierten Flächen ist außerdem die richtige Mechanik entscheidend. Scheuersaugmaschinen und geeignete Bürsten ermöglichen eine deutlich bessere Schmutzlösung und -aufnahme als ausschließlich manuelle Wischverfahren.
So bleibt Feinsteinzeug auch bei hoher Beanspruchung langfristig sauber, sicher und optisch ansprechend.