Die Zwischenreinigung schließt die Lücke zwischen regelmäßiger Unterhaltsreinigung und vollständiger Grundreinigung. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn die normale Unterhaltsreinigung sichtbare Laufstraßen, stärkere Verschmutzungen oder leichte Pflegefilmschäden nicht mehr ausreichend beseitigt, eine komplette Entfernung vorhandener Beschichtungen jedoch noch nicht notwendig ist.
Gerade in stark frequentierten Gebäuden kann eine fachgerecht ausgeführte Zwischenreinigung die Nutzungsdauer vorhandener Pflegefilme deutlich verlängern und aufwendige Grundreinigungen hinauszögern.
Eine besondere Form der Zwischenpflege ist das Cleanern. Dabei werden Verschmutzungen und leichte Gebrauchsspuren auf beschichteten Bodenflächen entfernt oder egalisiert und die vorhandene Pflegebeschichtung gezielt aufgefrischt.
Ziel ist immer:
so wenig in den bestehenden Pflegeaufbau einzugreifen wie möglich – und trotzdem ein sauberes, gleichmäßiges Erscheinungsbild wiederherzustellen.
Eine Zwischenreinigung wird durchgeführt, wenn sich Verschmutzungen aufgebaut haben, die mit der normalen Unterhaltsreinigung nicht mehr vollständig entfernt werden.
Typische Anzeichen sind:
sichtbare Laufstraßen
Absatz- und Gummispuren
stärker verschmutzte Verkehrsbereiche
beginnende Vergrauung
leichte Pflegefilmverschmutzungen
unterschiedliche Glanzgrade
oberflächliche Gebrauchsspuren
lokal erhöhte Schmutzanhaftung
Besonders häufig betrifft dies:
Eingangsbereiche
Flure
Aufzugsbereiche
Kassen- und Verkaufszonen
Schulen
Krankenhäuser
Pflegeeinrichtungen
Bürogebäude
öffentliche Einrichtungen
Bei einer Grundreinigung werden alte Pflegefilme und starke Verschmutzungen weitgehend beziehungsweise vollständig entfernt.
Die Zwischenreinigung verfolgt dagegen einen anderen Ansatz.
Ziel:
stärkere Verschmutzungen entfernen
Pflegefilm möglichst erhalten
Laufstraßen reduzieren
Oberfläche optisch auffrischen
Grundreinigung hinauszögern
Ziel:
alten Pflegefilm vollständig entfernen
starke Verschmutzungen beseitigen
Boden für eine Neubeschichtung vorbereiten
Eine Zwischenreinigung ist deshalb deutlich material- und ressourcenschonender.
Cleanern bezeichnet ein Pflegeverfahren für geeignete beschichtete Bodenbeläge.
Dabei wird ein Cleaner- beziehungsweise Pflegeprodukt entweder gezielt auf einzelne Bereiche oder dünn auf die Fläche aufgebracht und anschließend maschinell verarbeitet.
Durch die Kombination aus Reinigungschemie und Mechanik können:
leichte Verschmutzungen entfernt
Gebrauchsspuren reduziert
Laufstraßen egalisiert
Pflegefilme aufgefrischt
Glanzunterschiede ausgeglichen
werden.
Das Cleanern eignet sich besonders für polymerbeschichtete elastische Bodenbeläge.
Das Verfahren wird hauptsächlich auf beschichteten Bodenbelägen eingesetzt.
Typische Beispiele sind:
PVC
bestimmte Linoleumbeläge
geeignete Vinylbeläge
andere polymerbeschichtete elastische Böden
Nicht jeder moderne Boden benötigt oder verträgt einen klassischen Cleaner-Aufbau.
Insbesondere bei werkseitig PU- oder PUR-vergüteten Belägen sollte zunächst geprüft werden, ob das Verfahren vom Bodenhersteller freigegeben ist.
Bevor mit einer Zwischenpflege begonnen wird, sollte geklärt werden:
Welcher Bodenbelag liegt vor?
Ist der Boden beschichtet?
Welcher Pflegefilm wurde eingesetzt?
Ist die Beschichtung noch ausreichend vorhanden?
Liegen nur oberflächliche Verschmutzungen oder bereits stärkere Schäden vor?
Ist der Boden PU-/PUR-vergütet?
Bei unbekannten Bodenaufbauten empfiehlt sich eine Probefläche.
Staub, Sand und Grobschmutz werden zunächst vollständig entfernt.
Geeignete Verfahren sind:
Staubsaugen
Trockenmoppen
Kehren
vorimprägnierte Mopps
Anschließend wird geprüft, ob der Pflegefilm noch ausreichend geschlossen und tragfähig ist.
Starke Beschädigungen oder großflächig abgetragene Pflegefilme sprechen eher für eine Grundreinigung und Neubeschichtung.
Für die Zwischenreinigung wird ein auf Boden und Pflegefilm abgestimmtes Produkt verwendet.
Je nach Verfahren kann dies sein:
Intensivreiniger
Cleaner
Pflege-Cleaner
spezielle Zwischenreinigungsprodukte
Die Fläche wird mit einer geeigneten Einscheibenmaschine oder Scheuersaugmaschine bearbeitet.
Für klassische Cleaner-Verfahren kommen häufig rote Pads zum Einsatz.
Rote Pads bieten eine stärkere mechanische Wirkung als typische Unterhaltspads, ohne eine intakte Beschichtung vollständig abzutragen.
Gelöste Verschmutzungen müssen vollständig von der Oberfläche entfernt werden.
Bei Nassverfahren wird die Schmutzflotte abgesaugt oder mit geeigneten Mopps aufgenommen.
Vor einer weiteren Pflegebehandlung sollte die Fläche vollständig trocken sein.
Je nach Cleaner-System kann anschließend eine dünne Pflegekomponente eingebracht und maschinell auspoliert werden.
Das rote Pad wird häufig für Zwischenreinigung und Cleanern eingesetzt.
Typische Eigenschaften:
mittlere mechanische Reinigungswirkung
geeignet zur Entfernung leichter Laufstraßen
reduziert oberflächliche Verschmutzungen
unterstützt die Pflegefilmauffrischung
greift geeignete Beschichtungen weniger stark an als aggressive Grundreinigungspads
Es sollte dennoch immer geprüft werden, ob Boden und Beschichtung für die jeweilige Padkombination geeignet sind.
Beim Spray-Cleanern wird nur eine geringe Menge Cleaner- oder Pflegeprodukt auf die Oberfläche beziehungsweise direkt vor das Pad gegeben.
Anschließend wird die Fläche mit einer Einscheibenmaschine bearbeitet.
Das Verfahren eignet sich besonders für:
lokale Laufstraßen
Absatzstriche
leichte Kratzer
optische Glanzunterschiede
kleine stark beanspruchte Bereiche
Vorteile sind:
geringer Chemikalienverbrauch
kurze Trocknungszeiten
gezielte Bearbeitung
schnelle Wiederbenutzung der Fläche
Bei stärkeren Verschmutzungen kann intensiver gearbeitet werden.
Dabei wird mehr Reinigungslösung eingesetzt und die Fläche gründlicher bearbeitet.
Nach der mechanischen Bearbeitung muss die Schmutzflotte vollständig aufgenommen werden.
Im Anschluss kann eine Pflegeauffrischung erfolgen.
Je nach eingesetztem Pflegeprodukt kann die Oberfläche anschließend poliert werden.
Dadurch können:
Glanzgrad erhöht
leichte Gebrauchsspuren reduziert
Pflegefilm verdichtet
Oberflächenoptik vereinheitlicht
werden.
Für diese Verfahren müssen Pflegeprodukt, Pad und Maschinendrehzahl aufeinander abgestimmt sein.
Bei geeigneten Pflegefilmen können High-Speed-Maschinen eingesetzt werden.
Die hohe Drehzahl erzeugt zusätzliche Reibungswärme und verdichtet geeignete Pflegefilme.
Mögliche Effekte:
höherer Glanz
dichtere Oberfläche
geringere Schmutzanhaftung
optische Aufwertung stark frequentierter Bereiche
Nicht jede Beschichtung ist für High-Speed-Verfahren geeignet. Die Herstellerangaben des Pflegeprodukts sind deshalb maßgeblich.
Cleanern ist kein Ersatz für eine notwendige Grundreinigung.
Eine Grundreinigung sollte in Betracht gezogen werden, wenn:
Pflegefilm großflächig abgetragen ist
tiefe Kratzer vorhanden sind
Beschichtung stark vergilbt oder verschmutzt ist
mehrere alte Pflegeschichten vorhanden sind
starke Reinigungsmittelrückstände bestehen
der Pflegefilm nicht mehr gleichmäßig aufgebaut ist
Cleaner keine sichtbare Verbesserung mehr erzielt
Dann sollte die vorhandene Beschichtung vollständig entfernt und neu aufgebaut werden.
Nicht jede Zwischenreinigung ist ein Cleaner-Verfahren.
Auch unbeschichtete Böden können intensiv zwischengereinigt werden.
Typische Beispiele sind:
Feinsteinzeug
Naturstein
Epoxidharzböden
PU-vergütete PVC-Beläge
strukturierte Industrieböden
Hier geht es nicht um die Pflegefilmauffrischung, sondern um die gezielte Entfernung aufgebauter Verschmutzungen.
Typische Maßnahmen sind:
höhere Reinigungsmittelkonzentration
längere Einwirkzeit
stärkere Mechanik
intensivere Bürstenbearbeitung
vollständige Schmutzaufnahme
Das Ziel ist auch hier, eine vollständige Grundreinigung möglichst zu vermeiden.
Auf Feinsteinzeug können sich mit der Zeit:
Tensidrückstände
Laufstraßen
Grauschleier
Fettverschmutzungen
bilden.
Eine intensive Zwischenreinigung kann diese Rückstände entfernen, ohne dass eine klassische Grundreinigung notwendig wird.
Besonders wichtig ist anschließend eine rückstandsarme Unterhaltsreinigung.
Bei beschichtetem PVC kann das Cleanern eine sehr wirtschaftliche Methode zur Pflegefilmerhaltung sein.
Bei PU-vergütetem PVC sollte dagegen zunächst geprüft werden, ob überhaupt ein Pflegefilm vorhanden ist.
Eine unnötige Polymerpflege kann die Vorteile der werkseitigen PU-Vergütung beeinträchtigen.
Auf Industrieflächen können sich lokale Belastungen entwickeln durch:
Staplerspuren
Gummiabrieb
Öl
Fett
Produktionsrückstände
Eine gezielte Zwischenreinigung mit geeigneter Chemie und stärkerer mechanischer Bearbeitung kann verhindern, dass sich diese Verschmutzungen dauerhaft aufbauen.
Eine funktionierende Zwischenreinigung kann erhebliche Kosten sparen.
Im Vergleich zur Grundreinigung benötigt sie häufig:
weniger Reinigungschemie
weniger Wasser
weniger Arbeitszeit
keine vollständige Entfernung des Pflegefilms
weniger neues Beschichtungsmaterial
kürzere Sperrzeiten
Besonders bei großen Objekten kann sich dadurch die Lebensdauer eines Pflegeaufbaus deutlich verlängern.
Wird ein zu stark abrasives Pad eingesetzt, kann die Beschichtung teilweise entfernt werden.
Eine zu hohe Produktmenge kann Rückstände hinterlassen und die Oberfläche klebrig machen.
Schmutz darf nicht mit neuer Pflege überarbeitet beziehungsweise eingeschlossen werden.
PU-vergütete oder unbeschichtete Böden werden teilweise unnötig mit Pflegefilmen behandelt.
Auch ein gutes Cleaner-Verfahren kann einen vollständig verschlissenen Pflegefilm nicht dauerhaft retten.
Pads müssen regelmäßig gewechselt beziehungsweise gereinigt werden. Stark verschmutzte Pads verteilen gelösten Schmutz wieder auf der Fläche.
Eine einfache Orientierung:
Leichte Verschmutzung
→ Unterhaltsreinigung
Laufstraßen und oberflächliche Pflegefilmschäden
→ Zwischenreinigung / Cleanern
Stark beschädigter oder verschmutzter Pflegefilm
→ Grundreinigung und gegebenenfalls Neubeschichtung
Die Entscheidung sollte nicht allein nach festen Zeitintervallen getroffen werden, sondern nach dem tatsächlichen Zustand der Fläche.
Eine Zwischenreinigung ist eine intensivere Reinigung zwischen Unterhalts- und Grundreinigung. Sie entfernt stärkere Verschmutzungen, ohne zwingend vorhandene Beschichtungen vollständig zu entfernen.
Cleanern ist ein Zwischenpflegeverfahren, bei dem Verschmutzungen und leichte Gebrauchsspuren auf geeigneten beschichteten Böden entfernt und Pflegefilme aufgefrischt werden.
Für viele klassische Cleaner-Verfahren wird ein rotes Pad verwendet. Die Eignung muss jedoch immer für Boden und Pflegefilm geprüft werden.
Nein. Bei PU-/PUR-vergüteten PVC-Böden sollte zunächst geprüft werden, ob ein Pflegefilm vorhanden beziehungsweise eine zusätzliche Pflege vom Hersteller vorgesehen ist.
Nicht nach einem starren Zeitplan, sondern entsprechend Verschmutzung und Zustand des Pflegefilms.
Beim Cleanern bleibt der vorhandene Pflegefilm weitgehend erhalten und wird aufgefrischt. Bei der Grundreinigung wird er weitgehend oder vollständig entfernt.
Dabei wird eine geringe Menge Cleaner lokal oder dünn aufgebracht und anschließend maschinell verarbeitet.
Nicht dauerhaft. Es kann Grundreinigungsintervalle erheblich verlängern, aber einen vollständig verschlissenen Pflegefilm nicht ersetzen.
Ja. Dort dient die Zwischenreinigung allerdings der intensiveren Schmutzentfernung und nicht der Pflegefilmauffrischung.
Die Zwischenreinigung ist ein wichtiger Baustein zwischen täglicher Unterhaltsreinigung und aufwendiger Grundreinigung.
Insbesondere das Cleanern ermöglicht es, geeignete beschichtete Bodenflächen gezielt aufzufrischen, Laufstraßen zu reduzieren und vorhandene Pflegefilme länger zu nutzen.
Der wirtschaftliche Vorteil liegt darin, nur dort intensiver einzugreifen, wo es tatsächlich erforderlich ist.
Entscheidend sind dabei:
Bodenaufbau + Pflegefilm + Verschmutzungsgrad + passende Reinigungschemie + geeignete Mechanik.
Wird die Zwischenreinigung richtig geplant, lassen sich Grundreinigungsintervalle verlängern, Materialverbrauch reduzieren und Bodenflächen dauerhaft in einem gepflegten Zustand halten.