Beschichtungsfehler auf elastischen Bodenbelägen entstehen nur selten zufällig. In den meisten Fällen lassen sie sich auf Fehler bei der Untergrundvorbereitung, ungeeignete Reinigungschemie, Restfeuchtigkeit, falsche Verarbeitung oder nicht eingehaltene Trocknungszeiten zurückführen.
Typische Probleme sind:
schlechte Haftung
Ablösungen
Blasenbildung
klebrige Oberflächen
Streifen und Ansatzstellen
unterschiedliche Glanzgrade
weißliche oder milchige Stellen
ungleichmäßige Filmbildung
vorzeitiger Verschleiß
Eine systematische Fehlerdiagnose hilft, die tatsächliche Ursache zu bestimmen, bevor eine Fläche erneut grundgereinigt oder beschichtet wird.
Der wichtigste Grundsatz lautet:
Nicht den sichtbaren Fehler behandeln, sondern zuerst seine Ursache feststellen.
Wenn sich eine Beschichtung bereits nach kurzer Zeit ablöst oder beim mechanischen Beanspruchen vom Boden löst, liegt häufig ein Haftungsproblem vor.
Mögliche Ursachen sind:
Grundreinigerreste
alkalischer Untergrund
Fett- oder Ölfilme
nicht vollständig entfernte Altbeschichtung
Restfeuchtigkeit
ungeeignete Beschichtung
PU-/PUR-vergüteter Boden ohne ausreichende Haftung
verschmutzter Untergrund
Vor einer Neubeschichtung sollte kontrolliert werden:
Wurde die alte Beschichtung vollständig entfernt?
Ist die Fläche fett- und schmutzfrei?
Wurde gründlich mit Wasser nachgespült?
Ist der Untergrund ausreichend neutral?
Ist der Boden vollständig trocken?
Ist die Beschichtung für den Boden freigegeben?
Besonders nach einer stark alkalischen Grundreinigung empfiehlt sich eine Kontrolle mit pH-Indikatorstreifen.
Blasen können unmittelbar nach der Verarbeitung oder erst nach einiger Zeit sichtbar werden.
Mögliche Ursachen:
Restfeuchtigkeit im Boden
feuchter Untergrund
zu dick aufgetragene Beschichtung
zu kurze Trocknungszeiten
eingeschlossene Luft
ungeeignete Verarbeitungstemperatur
unzureichend entfernter Grundreiniger
Bei wiederkehrender Blasenbildung sollte insbesondere geprüft werden, ob Feuchtigkeit aus dem Bodenaufbau nachkommt.
Eine klebrige Beschichtung deutet meist darauf hin, dass der Pflegefilm nicht ordnungsgemäß ausgehärtet ist.
Mögliche Ursachen:
Schicht zu dick aufgetragen
Trocknungszeit zu kurz
hohe Luftfeuchtigkeit
niedrige Raumtemperatur
zu frühe Belastung
inkompatible Produkte
Reinigungsmittelreste auf dem Untergrund
Die Fläche sollte erst freigegeben werden, wenn die vom Hersteller angegebene Trocknungs- beziehungsweise Aushärtezeit vollständig eingehalten wurde.
Streifen entstehen häufig bereits beim Auftrag.
Typische Ursachen:
ungleichmäßige Materialmenge
Beschichtung wird während des Auftrags bereits trocken
zu große Fläche in einem Arbeitsgang
ungeeigneter Beschichtungsmopp
starke Zugluft
direkte Sonneneinstrahlung
bereits angetrocknete Bereiche werden nochmals überarbeitet
Fläche sinnvoll aufteilen
nass in nass arbeiten
gleiche Materialmenge verwenden
Zugluft vermeiden
Werkzeug regelmäßig kontrollieren
nicht in bereits angetrocknete Beschichtung zurückarbeiten
Ein ungleichmäßiger Glanz ist besonders auf großen zusammenhängenden Flächen gut sichtbar.
Ursachen können sein:
unterschiedliche Schichtstärken
ungleichmäßig vorbereiteter Untergrund
alte Beschichtungsreste
unterschiedliche Trocknungszeiten
zu früher Auftrag der nächsten Schicht
ungleichmäßige Temperatur oder Luftströmung
unterschiedliche Saugfähigkeit des Untergrunds
Ein gleichmäßiges Ergebnis setzt einen einheitlich vorbereiteten Untergrund voraus.
Weiße beziehungsweise milchige Bereiche können auf Feuchtigkeit oder eine gestörte Filmbildung hinweisen.
Mögliche Ursachen:
Boden nicht vollständig trocken
hohe Luftfeuchtigkeit
Wasser unter oder innerhalb der Beschichtung
Pflegefilm zu dick
zweite Schicht zu früh aufgetragen
Die betroffenen Bereiche sollten vollständig trocknen. Bleibt die optische Veränderung bestehen, kann eine Entfernung und Neubeschichtung notwendig sein.
Lokale Ablösungen geben oft wichtige Hinweise auf die Ursache.
Typische Bereiche:
unter Möbeln
an Türen
an Eingängen
unter Automaten
in Küchenbereichen
an früheren Öl- oder Fettstellen
Mögliche Ursachen:
lokale Fettbelastung
Silikon- oder Ölreste
alte Klebstoffreste
unterschiedliche Altbeschichtungen
unzureichende Grundreinigung
lokal erhöhte Feuchtigkeit
Hier ist eine gezielte Prüfung der betroffenen Stelle häufig sinnvoller als eine sofortige komplette Neubeschichtung.
Ein Pflegefilm ist eine Verschleißschicht und nutzt sich mit der Zeit ab. Ein ungewöhnlich schneller Verschleiß deutet jedoch auf ein nicht optimal abgestimmtes System hin.
Mögliche Ursachen:
zu dünner Pflegeaufbau
ungeeignetes Produkt
hohe mechanische Belastung
Sand- und Schmutzeintrag
ungeeignete Stuhl- oder Möbelgleiter
falsche Unterhaltsreinigung
zu aggressive Pads
zu häufige intensive Reinigung
Professionelle Schmutzfangzonen können den Verschleiß erheblich reduzieren.
Schnelle Wiederanschmutzung muss nicht an der Beschichtung selbst liegen.
Häufige Ursachen:
Pflegefilm noch nicht vollständig ausgehärtet
Reinigungsmittelrückstände
zu weiche Beschichtung
starke Schmutzeintragung
ungeeignete Wischpflege
überdosierte Unterhaltsreiniger
Die Unterhaltsreinigung sollte nach einer Neubeschichtung auf das verwendete Pflegesystem abgestimmt werden.
Randzonen werden häufig weniger mechanisch beansprucht als Laufbereiche.
Werden sie bei jeder Neubeschichtung trotzdem gleich stark oder sogar stärker eingepflegt, entstehen über Jahre dicke Pflegefilmschichten.
Mögliche Folgen:
dunkle Ränder
Vergilbung
starke Schichtbildung
erschwerte Grundreinigung
Randbereiche sollten deshalb nicht unnötig überpflegt werden.
Kleine kreisförmige Fehlstellen oder Krater können auf Oberflächenverunreinigungen hindeuten.
Mögliche Ursachen:
Silikon
Öl
Fett
Trennmittel
ungeeignete Reinigungsmittelreste
kontaminiertes Werkzeug
Schon kleinste Mengen bestimmter Substanzen können verhindern, dass die Dispersion den Untergrund gleichmäßig benetzt.
Mögliche Ursachen:
ungeeignetes Beschichtungssystem
sehr alter Pflegefilm
zu viele übereinanderliegende Schichten
ungeeignete Reinigungschemie
hohe mechanische Belastung
falscher Bodenbelag
In solchen Fällen reicht eine zusätzliche Pflegeschicht häufig nicht mehr aus. Der alte Pflegeaufbau sollte vollständig entfernt und neu aufgebaut werden.
Viele moderne elastische Bodenbeläge besitzen werkseitige PU- oder PUR-Vergütungen.
Eine nachträgliche Polymerbeschichtung kann dort problematisch sein, wenn sie vom Bodenhersteller nicht vorgesehen ist.
Mögliche Folgen:
schlechte Haftung
Ablösungen
erhöhter Pflegeaufwand
unnötige Grundreinigungen
Vor jeder Beschichtung sollte deshalb geprüft werden, welche Oberflächenvergütung vorhanden ist.
Bei einem Beschichtungsproblem empfiehlt sich folgende Reihenfolge:
PVC?
Linoleum?
Vinyl?
PU-/PUR-vergütet?
klassisch beschichtet?
Ablösung?
Blasen?
Streifen?
klebrig?
Glanzunterschied?
Krater?
sauber?
neutral?
trocken?
fettfrei?
alte Beschichtung vollständig entfernt?
richtige Dosierung?
richtige Schichtstärke?
Trocknungszeit eingehalten?
Raumklima geeignet?
Produkt kompatibel?
Vor einer erneuten großflächigen Beschichtung sollte eine kleine Probefläche angelegt und vollständig ausgehärtet werden.
| Fehlerbild | Häufige Ursache |
|---|---|
| Ablösung | Rückstände, Feuchtigkeit, ungeeigneter Untergrund |
| Blasen | Restfeuchtigkeit, zu dicker Auftrag |
| Klebrig | zu kurze Trocknung, zu dicke Schicht |
| Streifen | ungleichmäßiger Auftrag, Antrocknung |
| Glanzunterschiede | unterschiedliche Schichtstärken |
| Milchige Stellen | Feuchtigkeit |
| Krater | Silikon, Öl oder andere Verunreinigungen |
| schneller Verschleiß | Belastung, falsche Pflege, zu dünner Film |
| dunkle Ränder | über Jahre aufgebauter Pflegefilm |
Häufig sind Reinigungsmittelreste, ein alkalischer oder feuchter Untergrund beziehungsweise eine ungeeignete Kombination aus Boden und Beschichtung verantwortlich.
Meist wurde zu dick beschichtet, die Trocknungszeit war zu kurz oder das Raumklima war ungünstig.
Restfeuchtigkeit und zu dicke Schichten gehören zu den häufigsten Ursachen.
Alkalische Grundreinigerreste können die Haftung und Filmbildung beeinträchtigen.
In der Regel sollte zuerst die Ursache beseitigt werden. Eine zusätzliche Schicht kann vorhandene Probleme verstärken.
Beschichtungsfehler lassen sich in den meisten Fällen auf wenige grundlegende Ursachen zurückführen:
unzureichende Grundreinigung, Rückstände, Feuchtigkeit, falsche Produktauswahl oder Verarbeitungsfehler.
Eine erfolgreiche Fehlerdiagnose beginnt deshalb immer beim Untergrund und nicht beim sichtbaren Pflegefilm.
Erst wenn Bodenart, Untergrund, pH-Wert, Feuchtigkeit und Verarbeitung überprüft wurden, sollte entschieden werden, ob eine lokale Reparatur möglich ist oder die Beschichtung vollständig entfernt und neu aufgebaut werden muss.