Feinsteinzeug gilt als robust, langlebig und pflegeleicht. Trotzdem gehören Streifen und Schlieren auf Feinsteinzeug zu den häufigsten Problemen in der professionellen Gebäudereinigung. Besonders auf dunklen, matten, polierten oder großformatigen Fliesen werden Reinigungsrückstände schnell sichtbar.
Häufig liegt die Ursache nicht am Bodenbelag selbst. Überdosierte Reinigungsmittel, ungeeignete Pflegeprodukte, verschmutzte Wischbezüge oder eine unzureichende Aufnahme der Schmutzflotte können dazu führen, dass der Boden unmittelbar nach der Reinigung streifig oder schmierig erscheint.
Für ein dauerhaft sauberes Ergebnis ist deshalb ein möglichst rückstandsarmes Reinigungssystem entscheidend.
Bei jeder Nassreinigung werden Wasser, Reinigungsmittel und Verschmutzungen auf die Bodenfläche gebracht beziehungsweise dort gelöst. Wird diese Mischung nicht ausreichend aufgenommen, verbleiben nach dem Trocknen Rückstände auf der Oberfläche.
Typische Ursachen sind:
Überdosierung des Reinigungsmittels
ungeeignete Reinigungsprodukte
filmbildende Pflegemittel
Tensidrückstände
verschmutzte Mopps
zu selten gewechselte Reinigungslösung
unzureichende Schmutzaufnahme
falsches Wischverfahren
bereits vorhandene Pflegefilme
zu hohe Wasserhärte
Insbesondere eine Überdosierung ist problematisch. Mehr Reinigungsmittel bedeutet nicht automatisch mehr Reinigungsleistung.
Die Dosierempfehlung des Herstellers sollte eingehalten werden.
Eine höhere Konzentration kann dazu führen, dass nach dem Verdunsten des Wassers Reinigungsmittelbestandteile auf der Oberfläche zurückbleiben.
Mögliche Folgen:
Streifen
Schlieren
klebrige Oberflächen
schnellere Wiederanschmutzung
zunehmender Grauschleier
Gerade bei Feinsteinzeug gilt deshalb:
So viel Reinigungsmittel wie notwendig – so wenig wie möglich.
Dosiersysteme oder Dosierhilfen können insbesondere in größeren Objekten helfen, gleichbleibende Konzentrationen sicherzustellen.
Für die regelmäßige Unterhaltsreinigung sind möglichst rückstandsarme Produkte empfehlenswert.
Alkoholreiniger eignen sich besonders gut für wasserbeständige, glatte Oberflächen.
Sie bieten unter anderem:
schnelle Trocknung
geringe Rückstandsbildung
gute Benetzung
streifenarme bis streifenfreie Reinigung
Auch geeignete Neutralreiniger können verwendet werden. Entscheidend ist, dass sie möglichst wenig Rückstände hinterlassen und keinen unerwünschten Pflegefilm aufbauen.
Bei großen Flächen bieten niedrig schäumende Automatenreiniger in Verbindung mit Scheuersaugmaschinen eine wirtschaftliche Lösung.
Bei leichten Verschmutzungen kann ein einstufiges Verfahren ausreichend sein.
Bei sichtbaren Schlieren oder stärkeren Verschmutzungen empfiehlt sich häufig das zweistufige Wischen.
Reinigung und Schmutzaufnahme erfolgen in einem Arbeitsgang.
Geeignet für:
leichte Verschmutzungen
regelmäßige Unterhaltsreinigung
gut gepflegte Flächen
Im ersten Arbeitsgang wird die Reinigungslösung aufgetragen und die Verschmutzung angelöst.
Im zweiten Arbeitsgang wird die Schmutzflotte mit einem sauberen Mopp aufgenommen.
Der entscheidende Vorteil liegt in der verbesserten Schmutzaufnahme.
Ein häufiger Fehler ist die Verwendung eines Wischbezugs für eine zu große Fläche.
Mit zunehmender Fläche nimmt der Mopp immer mehr Schmutz auf. Irgendwann wird der Boden nicht mehr gereinigt, sondern der gelöste Schmutz lediglich verteilt.
Ein konsequenter Moppwechsel und vorimprägnierte Mopps können hier deutliche Vorteile bieten.
Bleiben die Schlieren trotz korrekter Unterhaltsreinigung bestehen, können bereits mehrere Schichten von Reinigungs- oder Pflegemittelrückständen vorhanden sein.
Dann reicht eine Reduzierung der Dosierung allein nicht aus.
Die Oberfläche sollte zunächst intensiv gereinigt werden, um vorhandene Rückstände zu entfernen.
Je nach Art der Ablagerungen kann eine alkalische Zwischen- oder Grundreinigung erforderlich sein.
Nach der Reinigung muss die Schmutzflotte vollständig aufgenommen und mit klarem Wasser nachgearbeitet werden.
Auf größeren Flächen ist eine Scheuersaugmaschine besonders effektiv.
Sie verbindet:
Reinigungsmittelauftrag
Mechanik
Schmutzlösung
Schmutzaufnahme
Absaugung
Dadurch verbleibt deutlich weniger Schmutzflotte auf der Oberfläche als bei ungeeigneten manuellen Verfahren.
Bei strukturiertem Feinsteinzeug sind geeignete Bürsten häufig wirkungsvoller als Pads.
Bei Schlieren sollten folgende Punkte geprüft werden:
Dosierung kontrollieren.
Reinigungsmittel prüfen.
Filmbildende Produkte vermeiden.
Saubere Mopps einsetzen.
Mopps häufiger wechseln.
Schmutzflotte vollständig aufnehmen.
Bei Bedarf zweistufig wischen.
Vorhandene Rückstände durch Intensivreinigung entfernen.
Auf großen Flächen Scheuersaugmaschine einsetzen.
Die häufigsten Ursachen sind Reinigungsmittelrückstände, Überdosierung, verschmutzte Mopps oder nicht vollständig aufgenommene Schmutzflotte.
Für viele wasserbeständige Feinsteinzeugoberflächen kann ein geeigneter Alkoholreiniger eine sehr gute Lösung für die rückstandsarme Unterhaltsreinigung darstellen.
Bei sehr geringen Verschmutzungen kann Wasser teilweise ausreichen. Fettige und haftende Verschmutzungen benötigen jedoch eine geeignete Reinigungschemie.
Nein. Eine Überdosierung ist häufig sogar die Ursache von Schlieren und sollte vermieden werden.
Streifen auf Feinsteinzeug sind häufig kein Materialproblem, sondern das Ergebnis eines nicht optimal abgestimmten Reinigungssystems.
Entscheidend sind eine korrekte Dosierung, rückstandsarme Reinigungsmittel, saubere Mopps und die vollständige Aufnahme der Schmutzflotte. Sind bereits ältere Reinigungs- oder Pflegemittelrückstände vorhanden, sollten diese zunächst durch eine intensive Reinigung entfernt werden.
Danach lässt sich Feinsteinzeug mit einem konsequent rückstandsarmen Reinigungssystem dauerhaft sauber und streifenfrei halten.