Marmor zählt zu den hochwertigsten Natursteinen und wird häufig in repräsentativen Eingangsbereichen, Hotels, Bürogebäuden, öffentlichen Einrichtungen und hochwertigen Objektflächen eingesetzt. Seine besondere Optik und Polierfähigkeit machen ihn zu einem beliebten Bodenbelag – gleichzeitig reagiert Marmor deutlich empfindlicher auf ungeeignete Reinigungschemie als viele andere Natursteine.
Der wichtigste Punkt bei der Reinigung lautet daher:
Marmor ist säureempfindlich.
Der Stein besteht überwiegend aus Calciumcarbonat. Säuren wie Essig-, Zitronen- oder Salzsäure können chemisch mit der Oberfläche reagieren und matte Stellen, Glanzverlust oder dauerhafte Ätzschäden verursachen.
Typische Eigenschaften sind:
hochwertige, natürliche Optik
polierfähige Oberfläche
unterschiedliche Farb- und Strukturvarianten
vergleichsweise hohe Abriebempfindlichkeit bei polierten Flächen
Säureempfindlichkeit
je nach Stein unterschiedliche Porosität
lange Lebensdauer bei fachgerechter Pflege
Die Reinigung muss deshalb materialschonend und möglichst rückstandsarm erfolgen.
Vor der Feuchtreinigung sollten lose Verschmutzungen entfernt werden.
Geeignete Verfahren sind:
Staubsaugen
Trockenmoppen
vorimprägnierte Mopps
vorsichtiges Kehren
Sand und andere mineralische Partikel können auf polierten Oberflächen Kratzer und Glanzverluste verursachen.
Für die regelmäßige Feuchtreinigung kommen geeignete, säurefreie Neutral- oder spezielle Natursteinreiniger infrage.
Wichtig sind:
korrekte Dosierung
möglichst geringe Rückstandsbildung
saubere Mopps
regelmäßiger Moppwechsel
vollständige Aufnahme der Schmutzflotte
Bei leichter Verschmutzung kann einstufig gearbeitet werden. Reinigung und Schmutzaufnahme erfolgen dabei in einem Arbeitsgang.
Bei stärker verschmutzten Flächen ist das zweistufige Verfahren sinnvoller. Im ersten Arbeitsgang wird die Reinigungslösung aufgebracht und die Verschmutzung angelöst. Im zweiten Arbeitsgang wird die Schmutzflotte mit einem sauberen Mopp vollständig aufgenommen.
Problematisch sind insbesondere säurehaltige Produkte.
Dazu gehören unter anderem:
Essigreiniger
Zitronensäure
saure Sanitärreiniger
klassische Zementschleierentferner
säurehaltige Kalklöser
Bereits kurze Einwirkzeiten können die Oberfläche sichtbar verändern.
Mögliche Ursachen sind:
saure Reinigungsmittel
abrasive Pads
Sand und mineralischer Schmutz
Reinigungsmittelrückstände
mechanischer Verschleiß
ungeeignete Pflegeprodukte
Bei chemischen Ätzschäden reicht eine normale Reinigung nicht aus. In solchen Fällen kann eine professionelle mechanische Aufarbeitung, Schleifbehandlung oder erneute Politur erforderlich sein.
Große Marmorflächen können maschinell gereinigt werden, allerdings nur mit geeigneter Mechanik.
Zu aggressive Pads oder Bürsten können den Glanz reduzieren oder die Oberfläche beschädigen.
Empfehlenswert ist:
materialschonende Pads
angepasste Drehzahl
geringe Chemikaliendosierung
Probefläche vor großflächiger Anwendung
Eine Grundreinigung kann notwendig sein bei:
starken Laufstraßen
Reinigungsmittelrückständen
Fett- und Ölverschmutzungen
alten Pflegefilmen
intensiver Nutzung
Vor jeder Grundreinigung muss sichergestellt werden, dass der eingesetzte Reiniger ausdrücklich für säureempfindlichen Naturstein geeignet ist.
Bei kalkhaltigen Natursteinen kann eine Kristallisation eingesetzt werden, um Oberfläche und Glanz zu verbessern.
Dabei handelt es sich um ein spezielles chemisch-mechanisches Verfahren und nicht um eine normale Unterhaltsreinigung.
Die Kristallisation sollte nur durch fachkundige Anwender durchgeführt werden.
Marmor kann je nach Oberfläche und Nutzung imprägniert werden.
Eine geeignete Imprägnierung reduziert die Aufnahme von Wasser, Öl und anderen Flüssigkeiten und erleichtert dadurch die Reinigung.
Sie schützt jedoch nicht vor Säureangriffen.
säurehaltige Reiniger verwenden
stark scheuernde Pads einsetzen
Reinigungsmittel überdosieren
Sand nicht ausreichend entfernen
Oberfläche mit ungeeigneten Pflegemitteln behandeln
chemische Schäden mit stärkeren Reinigern „wegputzen“ wollen
Geeignet sind säurefreie, materialverträgliche Neutral- oder spezielle Natursteinreiniger.
Nein. Essigsäure greift kalkhaltige Natursteine an und kann matte Ätzstellen verursachen.
Ja, sofern geeignete Pads, Maschinen und Reinigungsmittel eingesetzt werden.
Häufig durch Säureeinwirkung oder mechanische Beanspruchung. Bei chemischen Schäden ist häufig eine professionelle Aufarbeitung notwendig.
Marmor ist langlebig und hochwertig, benötigt jedoch eine konsequent materialschonende Reinigung. Säurehaltige Produkte sollten vermieden und Reinigungsverfahren immer auf Oberfläche, Verschmutzung und vorhandene Behandlung abgestimmt werden.
Eine korrekt dosierte, rückstandsarme Unterhaltsreinigung schützt den Stein und erhält Glanz und Wert langfristig.