Die Polyurethanschicht auf werkseitig beschichteten Belägen beträgt ca. 7 bis 15 µ. Dieser Pflegefilm ist im Gegensatz zu herkömmlichen Pflegefilmen von den Herstellern als Kostenreduzierung ausgelobt, da er nicht in den gängigen Intervallen grundgereinigt und neu eingepflegt werden muss.
- sehr beständig gegen Alkalien, Säuren und Lösemittel
- sehr beständig gegen Desinfektionsmittel
- höhere Abriebbeständigkeit als Polymerdispersionen
- weniger empfindlich gegen Absatzstriche und Gehspuren
- nicht entfernbar durch Grundreinigung
- teilweise schlechte Haftung von Polymerdispersionen
- nur bedingt sanierbar
- durch mechanische Einflüsse kann es auch auf werkseitig Polyurethanvergüteten Belägen zu Beschädigungen in Form von Kratzern kommen, diese Stellen Schmutzen verstärkt an
- bedingt sanierbar (strukturierte Beläge sind zum Teil bzw. gar nicht sanierbar) sehr aufwendig und kostenintensiv
Es wurden 3 Unterschiedliche Pflegemittel auf den zur Verfügung gestellten Mustern getestet. Eine Grundreinigung musste nicht durchgeführt werden, da die Böden neu waren und keinen Schutzfilm aufwiesen.
Es wurden die Produkte Wischi-Acryl, Jacomer und Jacostop verwendet. Die erste ist eine Wischpflege auf Dispersionsbasis, die Zweite ist eine Selbstglanzdispersion und die Dritte ist eine Selbstglanzdispersion für den Bereich Krankenhäuser / Pflegeeinrichtung. Der Auftrag wurde mittels Mikrofasertextil durchgeführt.
Der Boden wurde in einen Hochfrequentierten Bereich gelegt (ca. 100 und mehr Personen pro Tag).
Die Unterhaltsreinigung wurde im Wechsel mit dem Alkoholreiniger Jacopal und dem Neutralreiniger Neutralreiniger-R 2x täglich im 2-stufigen Wischverfahren angewandt.
Abnutzungserscheinungen traten nach einer Woche Belastungszeit bei keinem der 3 Pflegemittel auf. Zusätzlich wurde nach 3 Wochen Belastungszeit ein Sand-Steingemisch auf der Oberfläche verteilt um die mechanischen Einflüsse zu erhöhen.
Die Abnutzungserscheinungen wurden dann nach 2 Wochen sichtbar. Der Bereich mit dem aufgebrachtem Produkt Wischi-Acryl weiste die höchsten Abnutzungserscheinungen auf. Die Produkte Jacomer und Jacostop wiesen annähernd gleiche Abnutzungserscheinungen auf.
Bereiche die nicht eingepflegt wurden, wiesen Kratzspuren auf. Der Pflegefilm wurde mittels chemischer Nassgrundreinigung entfernt.
Empfohlen: Neutralreiniger R, Jo, Admiral oder Alkoholglanzreiniger Jacopal verwendet werden.
Der Neutralreiniger-R ist speziell für die Unterhaltsreinigung Beschichteter Böden entwickelt worden.
Die Allzweckreiniger Jo und Admiral haben eine alkalische Basis und finden Ihre Anwendung vor allem in Eingangsbereichen zur Beseitigung von organischen Verschmutzungen.
Der Alkoholglanzreiniger Jacopal findet seine Anwendung vor allem in hochfrequentierten Bereichen, die einer schnellen Trocknungszeit bedürfen, da Sie laufend begangen werden.
Empfohlen:
Das Cleanerverfahren. Dies kann bei Pur-vergüteten, sowie Pur-Vergüteten Belägen mit Beschichtung durchgeführt werden. Das Cleanerverfahren kann trocken oder nass (Cleanermittel Orion) angewendet werden. Bei der trockenen Zwischenreinigung mit einer Einscheibemaschine (150-450 U/min) und einem roten Super - Pad den Boden bearbeiten, bis sich ein einheitliches Bild des Bodens ergibt. Bei Pur-Vergüteten Belägen mit Beschichtung sollte der Pflegefilm anschließend mit einem weißen Pad poliert und verdichtet werden.
Empfohlen: Wischi-acryl
Beschichtung
Empfohlen: Jacomer Ap, Jacostop As
Pur-vergütete Beläge bedürfen keiner Chemischen Nassgrundreinigung. Werden Pur-vergütete Beläge durch eine Einpflege oder Beschichtung geschützt, empfiehlt es sich diesen in Intervallen zu erneuern durch eine chemische Nassgrundreinigung.
Empfohlen: Aktiv
Empfohlen: Zementschleierentferner R220601, Jacomid
Die werkseitige PU-Beschichtung ist entgegen herkömmlichen Polymerdispersionen beständiger gegenüber mechanischen und chemischen Einflüssen. Pur-Vergütete Beläge bieten keinen Vollschutz vor allem gegen abrasiv wirkende Stoffe, wie lose aufliegender Schmutz (feine Sandkörner). Mit der Zeit ergeben sich auch auf diesen Belägen Verschleißerscheinungen in Form von Kratzern oder flächigen Abnutzungen. Diese beschädigten Bereiche sorgen für eine optische Beeinträchtigung, sowie verstärkte Anschmutzung. Eine klassische chemische Nassgrundreinigung kann hier nicht angewendet werden. Eine Sanierung ist sehr zeit- und kostenintensiv und auf strukturierten Oberflächen teilweise gar nicht durchführbar. Der Belag muss zunächst mit Spezialschleifpads nass geschliffen werden. Wird anschließend wieder eine Pur-Beschichtung aufgetragen, müssen nur verschlissene Stellen intensiv behandelt werden, die anderen Bereiche nur angeschliffen werden um die Haftung der Versieglung zu gewährleisten. Alternativ kann der geschliffene Belag auch mit einer Selbstglanzdispersion versehen werden. Zur besseren Haftung und Optik sollte in diesem Fall die Pur-Vergütung vollflächig abgeschliffen werden.
Wir empfehlen extrem hochfrequentierte Bereiche oder Räume mit hoher mechanischer Belastung (z. ständiges verrücken Scharfkantiger Gegenstände; Klassenzimmer) keine Pur-Vergüteten Beläge zu verlegen.